Samstag, 18. April 2026

Was ökologisch gut ist ist auch wirtschaftlich gut

Martin Jendrischik / LinkedIn

Deutschland hat Photovoltaik und Windkraft groß gemacht. Die Milliardenmärkte daraus gehören anderen.

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, und der Naturwissenschaftler Harald Lesch sezieren im ZDF-Gespräch bei „Terra X Lesch & Co", warum das kein Zufall war. 

Fratzschers Kernsatz: „Klimapolitik ist gute Wirtschaftspolitik." Nicht als Wunschdenken, sondern als ökonomische Analyse.

Hier geht es zur Folge von "Terra X Lesch & Co." mit Harald Lesch und Marcel Fratzscher

Die Zahlen geben ihm recht. Jeder Euro Klimaschutz erspart laut Lesch 5 Euro Klimaschaden. Deutschland liegt bei über 60 Prozent erneuerbaren Energien im Strommix - Bayern sogar bei 75,5 Prozent, obwohl die dortige Landesregierung jahrelang dagegen agitiert hat.
Gleichzeitig subventioniert der Bund fossile Strukturen mit 50 bis 60 Milliarden Euro pro Jahr.
Das Umweltbundesamt weist das jedes Jahr aus. Jedes Jahr passiert nichts.

Fratzscher: „Die Zukunft der deutschen Industrie hängt ganz entscheidend davon ab, ob es der deutschen Industrie gelingt, wieder führend zu werden bei grünen Technologien." 

Der Weltmarkt für skalierbare Cleantech-Lösungen wächst exponentiell.
China hat in 20 Jahren eine strategische Dominanz bei Batterien, Solarmodulen und E-Mobilität aufgebaut. Nicht weil sie cleverer sind, sondern weil sie eine Strategie hatten.
Deutschland hatte Hoffnung.

Lesch benennt die Konsequenz: ein deutsches Manhattan-Projekt für die Batterie.
Skalierbar, exportfähig, anschlussfähig an jedes erneuerbare System. Stattdessen diskutiert Berlin über Gaskraftwerke und Kernkraft-Renaissance.

Fratzschers Diagnose: „Wir würden am liebsten zurück ins Jahr 2018 gehen, da war die Welt noch in Ordnung. Das ist die größte Gefahr." 

Klaus Töpfer habe mal gesagt, Deutschland verdiene einen Friedensnobelpreis für die Photovoltaik. Leschs bittere Ergänzung: „Aber dann haben wir sie weitergereicht. Genauso mit der Windkraft."
Sein Fazit: „Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und gute Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern hängt entscheidend davon ab, ob wir führen bei grünen Technologien."

Die Frage ist nicht, ob die Transformation kommt. Die Frage ist, ob Deutschland sie gestaltet oder ihr hinterherläuft.



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