Montag, 27. April 2026

Großbatterien sind ein zentrales Element eines kosteneffizienten, sicheren und klimafreundlichen Stromsystems

 GELADEN - der Batteriepodcast  / LinkedIn


Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche steht derzeit massiv in der Kritik. Spiegel-Recherchen legen nahe, dass ihr Ministerium Argumente gegen Großbatterien direkt bei einem großen Energiekonzern eingeholt hat – während gleichzeitig der Ausbau von Gaskraftwerken politisch priorisiert wird.


In dieser Geladen-Episode sprechen wir mit Georg Gallmetzer, Geschäftsführer von ECO STOR und Vorstand des BVES Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V., über die wachsende Rolle von Großbatteriespeichern im deutschen Energiesystem – und warum sie weit mehr sind als nur „Strompuffer“. 

Die zentrale Frage: Werden Großbatterien in der aktuellen Energiepolitik systematisch unterschätzt – oder sogar ausgebremst? 

Ausgangspunkt ist die sogenannte "Speicherlücke": Während der Ausbau von Wind- und Solarenergie rasant voranschreitet, hinkt die Flexibilität im System hinterher. 

Genau hier setzen Großspeicher an. Sie glätten Preisspitzen, stabilisieren Märkte und können laut aktuellen Studien den durchschnittlichen Strompreis um rund 1 bis 4 €/MWh senken – mit volkswirtschaftlichen Einsparungen in Milliardenhöhe. 

Ein zentraler Punkt im Gespräch: Speicher sind ein Schlüssel, um Netze effizienter zu nutzen. Durch intelligentes Laden bei hoher Einspeisung und Entladen bei Knappheit können sie Netzengpässe aktiv vermeiden oder reduzieren. Damit wird nicht nur Redispatch reduziert, sondern auch der Bedarf an teurem Netzausbau gedämpft. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob politische Entscheidungen aktuell noch technologieoffen getroffen werden – oder ob fossile Strukturen weiterhin bevorzugt werden. 

Am Beispiel des Großbatteriespeichers in Bollingstedt zeigt unser Gast Georg Gallmetzer, wie netzdienlicher Betrieb konkret aussieht: Mit digitalen Zwillingen, Prognosen und klaren Betriebsregeln werden Engpässe frühzeitig erkannt und aktiv gemanagt. 

Die Botschaft der Folge ist klar: Großbatterien sind kein „Add-on“, sondern ein zentrales Element eines kosteneffizienten, sicheren und klimafreundlichen Stromsystems – gerade in einer Zeit, in der energiepolitische Grundsatzentscheidungen neu verhandelt werden.

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