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Warum Faschisten Frauen hassen
-- eine Analyse von Natascha Strobl:
Hass gegen Frauen wird oft als Problem einzelner, frustrierter Männer abgetan. Aber wenn man genauer hinschaut, zeigt sich: Er ist keine individuelle Entgleisung, sondern eine inhärente Notwendigkeit des Faschismus.
Die Autorin und Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl beschreibt sehr präzise, warum Misogynie eine tragende Säule rechter und autoritärer Ideologien ist und wie tief dieser Hass in gesellschaftliche Strukturen eingreift.
Das Ziel dahinter: Es geht schlicht um Entmachtung. Wenn Frauen wirtschaftlich unabhängig sind und demokratisch wählen, stören sie autoritäre Pläne.
Tech-Oligarchen wie Palantir-CEO Alex Karp prophezeien sogar ganz offen, dass KI die ökonomische Macht gut ausgebildeter Frauen massiv einschränken wird.
Tech-Oligarchen wie Palantir-CEO Alex Karp prophezeien sogar ganz offen, dass KI die ökonomische Macht gut ausgebildeter Frauen massiv einschränken wird.
Der Mechanismus: Der Faschismus instrumentalisiert den weiblichen Körper als „Brutstätte“ für die Nation. Wer nicht ins Bild passt oder sich weigert, Kinder zu bekommen, wird zur Staatsfeindin erklärt – was wiederum die rechte Erzählung vom „Großen Austausch“ befeuert.
Außerdem gehen Antifeminismus und die Ablehnung von Kinderrechten Hand in Hand.
Erziehung auf Augenhöhe gilt in rechten Diskursen als „Weichheit“. Gefordert werden stattdessen Abhärtung, Gehorsam und reines Besitzdenken. Kinder werden nicht als Individuen gesehen, sondern als Waffen in einem völkischen Krieg.
Erziehung auf Augenhöhe gilt in rechten Diskursen als „Weichheit“. Gefordert werden stattdessen Abhärtung, Gehorsam und reines Besitzdenken. Kinder werden nicht als Individuen gesehen, sondern als Waffen in einem völkischen Krieg.
Was folgt daraus? All das ist keine abstrakte Theorie und kein harmloses Internet-Phänomen. Wenn Tech-Milliardäre und Rechte gegen Feminismus hetzen, ist das ein gezielter Angriff auf unsere Gesellschaft. Wir müssen diese Muster erkennen und die Strategie hinter dem Frauenhass sichtbar machen.
Die ganze Analyse findest Du auf unserer Website: hier
Natascha Strobl analysiert, wie eng Faschismus und Misogynie verwoben sind 31. März 2026
Warum Faschisten Frauen hassen
Misogynie ist im Faschismus kein persönlicher Ausrutscher, sondern eine inhärente Notwendigkeit. Ein faschistisches Weltbild bedeutet immer auch Hass auf Frauen.
Alex Karp, der CEO von Palantir, hat vor wenigen Tagen prophezeit, dass AI die ökonomische Macht gut ausgebildeter Frauen, die demokratisch wählen, massiv einschränken wird. In Anbetracht der Anti-Woke-Agenda seines Unternehmens ist es schwer, das als rein nüchterne Analyse, sondern als freudige Prophezeiung zu sehen.
Er reiht sich damit in eine ganze Linie von technofaschistischen Oligarchen an, die besessen davon sind Frauen zu bewerten, sanktionieren und einzuhegen. So gibt es eine ganze Riege prominenter Tech-Männer, die einen rabiaten Diskurs über Geburtenraten führen. Immer kurz vor der Apokalypse liegt hier der Vorwurf an Frauen: Warum bekommt ihr nicht mehr Kinder? Die Antwort geben sie sich zugleich selbst: der Feminismus ist schuld. Männer wie Elon Musk nehmen sich dieses Problems auch gleich persönlich an und fühlen sich verpflichtet, möglichst viele Kinder mit unterschiedlichen Frauen in die Welt zu setzen. Kümmern sollen sich dann aber bitte die Mütter, die genetische Beteiligung muss reichen.
Der große Austausch -- ein faschistischer Untergangsmythos
Das sind faschistische Diskurse. Sie werden direkt aus dem Repertoire der Identitären Bewegung und der Neuen Rechten übernommen. Schon lange ist Feminismus dort der eigentliche Hauptschuldige am Untergang des Abendlandes. In der Verschwörungsideologie des großen Austauschs ist die Masseneinwanderung (“Invasion” im faschistischen Denken) eine direkte Folge eines geschwächten, weißen Europa. Die Schwäche rührt aus einer Geburtenrate, die unter die Reproduktionszahl von 2 Kindern pro Frau fällt. Schuld daran sind jene Frauen, die völkisch wünschenswerte Anlagen haben (also weiß, gut ausgebildet, keine Krankheit oder Behinderung), aber sich ihrer eigentlichen Aufgabe möglichst viele völkisch wünschenswerte Kinder in die Welt setzen verwehren. Umgekehrt existiert gleichzeitig der Vorwurf, dass die “anderen” zu viele Kinder bekommen. Auch hier sind, logischerweise, die Frauen schuld. Das sind Migrantinnen, Musliminnen, aber auch Frauen der Arbeiterklasse oder arme Frauen. Es ist der klassische Doppel-Vorwurf, so dass am Ende immer Frauen am Elend der Welt schuld sind. In dieser Denkweise sind Männer nur arme Beifahrer, die von den Frauen ihrer Rolle als Ernährer und Beschützer beraubt werden. Diese faschistische Sicht der Welt durchdringt nicht nur die Diskurse der Tech-Milliardäre, sondern ist auch in sämtlichen Bereichen des Online-Faschismus zu sehen. Nostalgische KI-Bilder einer vermeintlich besseren Zeit, als der Vater nach der Arbeit von einer Hausfrau und Kindern erwartet wird, existieren neben Selbst-Heroisierungen als Krieger und Gladiatoren. Die Message dahinter ist immer klar: Frauen und Kinder sind Statussymbol und Besitz und es liegt am Mann, ihnen ihren Platz zuzuweisen.
Es ist wichtig zu betonen, dass dem antifeministischen Diskurs auch ein Anti-Kinderrechte-Diskurs inhärent ist. Moderne Kindererziehung auf Augenhöhe und unter Beachtung der persönlichen Rechte der Kinder wird als Erziehung zu Weichheit abgetan. Ihm stehen Anrufungen zu Abhärtung, Disziplin und Gehorsam gegenüber.
Eine nie existierende Vergangenheit
In jedem Fall wird eine gute alte Zeit heraufbeschworen, die so natürlich nie existiert hat. Wer sich Statistiken zu Zahlen von Gewalt gegen Frauen und Kinder anschaut weiß um die Fortschritte für diese Gruppen in den letzten Jahrzehnten. Es ist kein Zufall, dass genau diese Fortschritte von Faschist:innen angegriffen werden. Auf offener Bühne wird unverhohlen ihre Position in der Gesellschaft angegriffen und versucht, sie zu disziplinieren. Der Frauenhass ist dem Faschismus inhärent, weil die Reproduktion des Volkes, der Nation und der “Rasse” eben nur durch Frauen geschehen kann. Verweigern sich Frauen diese Aufgabe, dann müssen sie bestraft werden. Schwangerschaften sind im faschistischen Denken ein Krieg, den es zu gewinnen gilt. Kinder sind Waffen im globalen völkischen Krieg gegen andere Völker, Nationen oder "Rassen". Nichts davon hat mit liebevoller Beziehung, Geborgenheit oder Zugewandtheit zu anderen Menschen zu tun. Es ist Besitz- und Machtdenken gepaart mit völkischen Untergangsfantasien. Das ist Faschismus und wir sehen ihn jeden Tag auf der ganz großen Bühne.
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