Montag, 20. April 2026

V2G -Gesamtlösung soll Ende 26 bei Volkswagen kommen

Golem hier 17. April 2026 Mario Petzold

V2G: VW will Weg zum kostenlosen Laden ebnen

Der VW -eigene Stromanbieter bereitet ein Angebot für die Nutzung der E-Auto-Batterie als Zwischenspeicher vor. Mehrere Hundert Euro soll das bringen.

Der VW-eigene Stromanbieter Elli bereitet die Markeinführung seiner Vehicle-to-Grid-Lösung vor. Damit soll die Batterie des Elektroautos ein integraler Bestandteil des Stromnetzes werden, indem ein Teil ihrer Kapazität als Puffer genutzt wird.

So ließe sich bei Überproduktion in sonnigen Mittagsstunden und windigen Nächten die Batterie mit preiswertem, teils kostenlosem Strom laden. In den Morgen- und Abendstunden sollen die Akkumulatoren dagegen regelmäßig Strom ins Netz einspeisen und damit das Einspringen von Reservekraftwerken verhindern.

Elli gibt an, dass im optimistischsten Fall zwischen 700 und 900 Euro pro Jahr an die Nutzer des Services ausgezahlt würden. Dieser Betrag entspricht in etwa den jährlichen Ladekosten bei durchschnittlicher Fahrleistung und Strompreisen von 30 Cent je Kilowattstunde.

Stromnetze würden profitieren

Dass eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge von Elektroautos einen Einfluss auf das Stromnetz hat, zeigte letztens ein Experiment von TransnetBW und Octopus Energy. (hier) Dabei wurden 700 Fahrzeuge gar nicht erst als Puffer genutzt, schon allein die zeitliche Steuerung des Ladevorgangs federte erwartbare Engpässe bei der Stromproduktion ab.

Die zusätzliche Möglichkeit, Strom auch abzugeben, würde die Optionen bei der Entlastung des Stromnetzes noch erweitern. Eine Million Elektroautos könnten mit einem kleinen Anteil ihrer Akkukapazität mehrere Großkraftwerke für ein paar Stunden ersetzen. Darüber hinaus würden sie vor Ort und dezentral einspeisen.

Hoher Aufwand, unsicherer Ertrag

Nötig ist dafür nicht nur eine geeignete Wallbox. Auch ein intelligentes Messsystem muss im heimischen Stromanschluss vorhanden sein. Die schleppende Verbreitung solcher Systeme im deutschen Stromnetz ist derzeit eines der großen Probleme beim Umbau zu einem intelligenten Netz.

Elli verspricht diesbezüglich, den Kontakt zum örtlichen Messstellenbetreiber aufzunehmen und den Einbau zu beantragen, so das Kunden binnen acht bis zehn Wochen an dem Programm teilnehmen könnten. Auch die zugehörige App und der Zugang zum Energiehandel sollen direkt von Elli kommen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass ein Anbieterwechsel deutlich schwerer wird.

Und auch bei den möglichen Vergütungen sollte vorsichtig gerechnet werden. Aktuell schwanken die Preise an der Börse im Tagesverlauf um 10 bis 12 Cent. Noch höher kann der Unterschied ausfallen, wenn dynamische Netzentgelte genutzt werden. Sollten durch die Kunden 10 Cent pro Kilowattstunde erlöst werden können und jeden Tag des Jahres im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent des Akkus genutzt werden, kämen knapp 300 Euro zusammen.


Heise hier  
Von Florian Pillau  16.04.2026

Netzdienlich laden: Volkswagen kündigt Privatkunden-V2G für Ende 2026 an

Netzdienlich laden: Volkswagen kündigt Privatkunden-V2G für Ende 2026 an
Volkswagen und Elli wollen Privatkunden Ende 2026 ein integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot machen. E-Auto-Fahrer können damit vom Stromhandel profitieren.

Volkswagen kündigt ein integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot an, mit dem Privatkunden in Deutschland ab dem vierten Quartal 2026 ihre Elektroautos zum netzdienlichen Laden nutzen können. Der Partner in diesem Projekt ist Elli, die Energiemarke von Volkswagen. Alle VW ID.-Elektroautos sind dazu ab Baujahr 2023 geeignet. VW-Vertriebsvorstand Martin Sander verspricht „deutlich geringere Ladekosten zu Hause und perspektivisch nahezu kostenfreies Laden.“

Bessere Nutzung erneuerbarer Energie

Überschüssige Energie, besonders aus erneuerbaren Quellen, kann dank V2G (“Vehicle-to-Grid“) in Fahrzeugen gespeichert und bei Bedarf wieder in das Stromnetz abgegeben werden. Elli zitiert aus Studien, denen zufolge in Europa bis 2040 jährlich idealerweise rund 22 Milliarden Euro an Systemkosten eingespart werden können. In Deutschland können gegenwärtig rund 9500 GWh aus erneuerbarer Energie nicht genutzt werden, weil Speicher und Freileitungen fehlen. Das sei genug, um rund drei Millionen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang zu betreiben.

Vehicle-to-Grid soll für den Einzelnen idealerweise durch Einsparungen und Einnahmen eine Ersparnis von bis zu 700 bis 900 Euro jährlich bringen können, schreibt Elli. Zunächst bekommen alle an V2G Beteiligten unabhängig vom Handelserfolg eine Grundvergütung dafür, dass sie ihre Autos für den Energiehandel bereitstellen. Sie richtet sich nach der freigegebenen Entladungstiefe und anderen von den KundInnen freigegebenen Parametern.

Kostenvorteil von 700 bis 900 Euro möglich

Das integrierte Energiesystem von Elli verbindet die bidirektional arbeitende Wallbox zur Stromnetzverbindung mit einer digitalen App-Steuerung, den Zugang zu Energiemärkten und Energiehandel über die Börse „EPEX Spot“ mit einem entsprechenden Stromtarif. Mit der Software ID. 6 soll VWs V2G-Angebot auf weitere Batteriegrößen ausgeweitet werden können. Volkswagen betont, dass V2G in diesem System dank robuster Hochvoltbatterien und Schutzsystemen die Batterielebensdauer „nicht nennenswert beeinflussen“ soll.

Als bundesweiter Messstellenbetreiber wird wMSB beauftragt. Im V2G-Ökosystem von VW/Elli wird wMSB damit die Installation des dafür nötigen Smart Meters und der Bereitstellung hochaufgelöster Messdaten übernehmen. Die Smart Meter sollen innerhalb von acht bis zehn Wochen zur Verfügung gestellt werden können.

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