Frank Panser / LinkedIn 23. April 2026
Ich zeige, wie berufliche Entscheidungen den Handabdruck vergrößern – statt Menschen mit Schuld zu blockieren.
Die letzten Wochen waren ein Fest für Katastrophenmeldungen: Der Iran-Konflikt eskaliert, die Gas-Strategie von Katharina Reiche bremst die Energiewende aus, und die COP28? Ein zahnloser Tiger, der sich hinter den „Blockadehalten“ weniger Ölstaaten versteckt.
Die Schlagzeilen suggerieren:
Wir sind ohnmächtig.
Die Welt brennt, und wir können nur zusehen.
Doch das ist eine Lüge.
Denn während wir uns in der Endlosschleife aus Schuldzuweisungen und Ohnmachtsgefühlen verlieren, passiert an anderer Stelle etwas, das die Medien kaum beachten: Eine globale Allianz formiert sich, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen konkret voranzutreiben – und sie tut es nicht mit moralischen Appellen, sondern mit systemischen Hebeln.
In 3 Tagen findet in Santa Marta (Kolumbien) die Konferenz „Transition away from fossil fuels“ statt. Sie ist die direkte Antwort auf das Versagen der COP28 – und ein Beweis dafür, dass Transformation möglich ist, wenn wir aufhören, auf die Bremsen zu starren, und stattdessen die Beschleuniger nutzen.
In diesem Newsletter zeige ich dir:
Was nach der COP28 wirklich passiert ist (Spoiler: Es geht nicht um leere Versprechen, sondern um konkrete Allianzen).
Warum der Iran-Konflikt und Reiches Gas-Strategie Symptome desselben Problems sind – und wie wir es umgehen können.
Wie du (und dein Unternehmen) Teil der Lösung werdet – ohne auf politische Entscheidungen zu warten. Jetzt simpel aktiv Handeln.
Motivierende Wort zum Abschluss
1. COP28 & 29: Was wirklich blieb – und warum Santa Marta das Game-Changer-Event wird
Die COP28 in Dubai endete mit einem historischen Kompromiss: Zum ersten Mal wurde der „Ausstieg aus fossilen Brennstoffen“ im Abschlussdokument erwähnt. Doch der Teufel steckt im Detail: Dank der Blockade weniger erdölfördernder Länder (allen voran Saudi-Arabien) fehlen konkrete Zeitpläne, Finanzierungszusagen und verbindliche Mechanismen. Das Ergebnis? Schon ein Jahr später weichten die Ölmultis auf der Cop20 in Baku den Kompromiss soweit auf, dass jeder ihn nach Belieben interpretieren kann – und niemand sich wirklich verpflichtet fühlt.
Doch hier kommt der Twist: Während die offizielle Diplomatie stockt, hat eine Gruppe von Ländern (angeführt von Kolumbien und den Niederlanden) konkret gehandelt. Sie kündigten auf der COP28 die Konferenz in Santa Marta an – mit einem klaren Ziel:
- Eine Allianz zu schmieden, die fossile Subventionen abgebaut und erneuerbare Energien beschleunigt.
- Wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in politische und wirtschaftliche Handlungsempfehlungen übersetzt.
- Den Nord-Süd-Konflikt zu entschärft, indem faire Finanzierungsmechanismen für den globalen Süden geschaffen werden.
Warum das ein starkes Signal ist: Santa Marta ist kein weiteres Talk-Event.
Es ist ein Beweis, dass Transformation von unten und von der Seite kommt – nicht von oben. Während die COP28 zeigte, wie Blockadehaltung funktioniert, zeigt Santa Marta, wie Beschleunigung aussieht.
2. Iran-Krieg und Reiches Gas-Strategie: Zwei Seiten derselben Medaille
- Der Iran-Konflikt: Warum wir über Energie sprechen müssen, wenn Bomben fallen
Der aktuelle Konflikt im Iran ist nicht nur eine humanitäre Katastrophe – er ist auch ein Energiekrieg.
Denn was passiert, wenn die Straße von Hormus blockiert wird? 20% des globalen Ölhandels laufen durch diese Meerenge. Jede Eskalation treibt die Preise in die Höhe – und gibt den Argumenten der Fossil-Lobby neuen Auftrieb: „Seht ihr? Wir brauchen Gas und Öl, um sicher zu sein!“
Doch das ist ein Trugschluss. Die eigentliche Lehre aus dem Konflikt lautet:
- Abhängigkeit von fossilen Energien macht uns erpressbar – politisch und wirtschaftlich.
- Dezentrale, erneuerbare Energien sind nicht nur klimafreundlich, sondern auch sicherheitspolitisch entscheidend.
Was das für dich bedeutet: Wenn du in einem Unternehmen arbeitest, das noch auf Gas setzt: Frage nach dem Krisenplan.
- Was passiert, wenn die Lieferketten zusammenbrechen?
- Wie schnell könnt ihr auf erneuerbare umsteigen?
- Und wenn die Antwort „Das dauert noch Jahre“ lautet: Genau das ist das Problem.
- Katharina Reiches Gas-Strategie: Wie man die Energiewende bremst – und warum das niemandem nützt
Während der Iran-Konflikt zeigt, wie fragil fossile Lieferketten sind, treibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in Deutschland eine Strategie voran, die genau diese Abhängigkeit verlängert:
- Subventionen für Gaskraftwerke werden ausgeweitet – während gleichzeitig Förderungen für Solaranlagen gekürzt werden.
- Der Ausbau erneuerbarer Energien wird als „zu teuer“ gebremst – obwohl Studien zeigen, dass Wind- und Solarstrom längst die günstigste Option sind.
- Die Logik: „Erneuerbare müssen sich am Markt behaupten“ – während Gaskraftwerke staatlich alimentiert werden.
Das Perfide daran: Reiche argumentiert mit „Versorgungssicherheit“ – doch genau diese Sicherheit wird durch ihre Politik untergraben. Denn wer heute in Gaskraftwerke investiert, bindet Kapital für Jahrzehnte – und macht sich abhängig von globalen Krisenherden wie dem Iran.
Die gute Nachricht: Unternehmen und Kommunen müssen das nicht hinnehmen. Sie können selbst Hebel umlegen – und genau dafür liefert die Konferenz in Santa Marta die Blaupause.
- Wie du Teil der Lösung wirst: Drei konkrete Schritte
- Eine Allianz entsteht: Die fossile Lobby ist nicht unbesiegbar
Die fossile Industrie hat jahrzehntelang eine einfache Strategie verfolgt: „Teile und herrsche.“ Sie hat Länder gegeneinander ausgespielt, Menschen aus der Wissenschaft diskreditiert und uns weisgemacht, dass wir ohne Öl und Gas nicht überleben können. Doch in Santa Marta passiert etwas, das diese Strategie zunichtemacht:
24 Wissenschaftler:innen aus aller Welt (darunter IPCC-Autor:innen) haben sich im „Ad-hoc-Synthesis-Team“ zusammengeschlossen, um konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln – basierend auf den neuesten Erkenntnissen.
Kolumbien und die Niederlande haben die Konferenz initiiert, um eine inklusive, gerechte Bewegung zu schaffen, die den Nord-Süd-Konflikt zu überwindet.
Über 500 Teilnehmer:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kommen bereits zum „Academic Dialogue“ – ein Zeichen, dass der Multilateralismus lebt.
Das Signal: Die fossile Lobby verliert ihre Macht, weil wir gemeinsam handeln – nicht weil wir auf sie warten.
- Lösungen, die bereits wirken: Warum wir mehr davon brauchen
Die Medien berichten selten über die Erfolge, die schon heute Realität sind. Dabei gibt es sie – und sie wachsen:
Costa Rica deckt 99% seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien – und beweist, dass eine 100%-ige Abkehr von fossilen Brennstoffen machbar ist.
Dänemark hat seine CO2-Emissionen seit 1990 um 50% reduziert – durch klare politische Weichenstellungen und wirtschaftliche Anreize.
Unternehmen wie Ørsted haben sich von Öl- und Gasproduzenten zu Pionieren der Offshore-Windenergie gewandelt – und sind heute profitabler denn je.
Lokale Initiativen wie unsere BAUMPATEN DEUTSCHLAND® Pflanzaktionen zeigen, wie konkrete Projekte nicht nur CO2 binden, sondern auch Gemeinschaften stärken und Unternehmen inspirieren.
Die Botschaft: Die Technologien und Strategien existieren. Was fehlt, ist der politische Wille – und unsere gemeinsame Sichtbarkeit.
- Ändere den Status Quo und unterschreibe die Petitionen
Noch haben wir eine funktionierende und gelebte Demokratie. Also nutze sie. Hier sind Petitionen die den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter beschleunigen.
innn.it Stoppt Reiches Angriff auf die Sonnenenergie!
Campact e.V. Lobby-Ministerin stoppen: Energiewende verteidigen
Rettet die Erneuerbaren
- Teile die Geschichte: Mach die Konferenz in deinem Umfeld sichtbar
Die Konferenz in Santa Marta braucht Dich, um über die Insider-Kreise hinaus zu wirken. Hier ist, wie du sie unterstützen kannst:
Teile den Link zur Konferenz – aber nicht als „Schaut mal, was passiert“, sondern als „Hier wird gezeigt, wie wir die Blockaden umgehen können. Wer macht mit?
Zeige, wie deine oder andere lokale Projekte bereits heute wirken – und fordere andere auf, es dir gleichzutun.
- Warum das jetzt wichtig ist: Die Chance, die wir nicht verpassen dürfen
Die letzten Monate haben gezeigt:
Die alten Strukturen halten uns gefangen – ob durch Kriege, die unsere Energieabhängigkeit offenlegen, oder durch Politiken, die die Energiewende bremsen.
Doch die Lösungen existieren bereits. Sie werden nur nicht genug sichtbar gemacht.
Die Konferenz in Santa Marta ist kein weiteres Talk-Event. Sie ist ein Beweis, dass wir die Narrative ändern können – wenn wir aufhören, uns von den Schlagzeilen lähmen zu lassen, und stattdessen die Hebel in die Hand nehmen, die wir haben.
PS: Wenn du denkst, dass das alles zu groß ist, um es allein zu stemmen: Genau das ist der Punkt. Keiner von uns kann das System im Alleingang ändern. Aber wir können Allianzen schmieden – und genau das passiert in Santa Marta.
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