Freitag, 10. April 2026

Energieminister von 15 Bundesländern fordern von Reiche ein Festhalten am Ausbau der erneuerbaren Energien - Update


Bürgerwerke eG / LinkedIn

Mit dem Wirtschaftsappell haben in den vergangenen Wochen 5.600 Unternehmen gezeigt, dass die geplanten energiepolitischen Maßnahmen von Ministerin Katherina Reiche nicht im Sinne der Wirtschaft sind. 

Nun haben auch die Energieminister:innen von 15 Bundesländern Kritik geäußert: Sie fordern den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien – den Reiche aktuell infrage stellt. 

In Anbetracht der gerade besonders stark spürbaren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen betonen die Landesminister:innen, dass die Erneuerbaren Energien unsere Unabhängigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gewährleisten.



Bernhard Herrmann /LinkedIn:

Ohne die Länder geht in der Energiepolitik letztlich nichts. Und diese lassen den Abbruch der Energiewende mit schon fast vorsätzlich verlängerter, fossiler Abhängigkeit nicht mehr zu


Lilian Thau /LinkedIn

Es gibt eine Revolte in der Energiepolitik. Und du hast nichts davon gehört.
15 Energieminister stellen sich geschlossen gegen den fossilen Kurs – über Parteigrenzen hinweg.


Joachim Plesch / LinkedIn

...Fehlt wer? Ach ja die Bayern, aber ansonsten scheinen sich da alle irgendwie einig (selbst die CDU-regierten) - fragt sich, wer das warum nicht versteht, oder nicht verstehen will?
Wäre schon schön, wenn nicht gegen die Faktenlage und Mehrheit Politik gemacht wird. Hilft schließlich allen 


hier  30.03.2026

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Energieminister von 15 Bundesländern, am Ausbau der erneuerbaren Energien festzuhalten

Dieser bleibe eine wichtige Maßnahme, »um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten zu verringern und damit Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung in Deutschland und Europa zu erhöhen«. Die Bundesregierung wird zudem aufgefordert, die Absenkung der Stromsteuer auf alle Verbrauchsgruppen auszuweiten und weitere Maßnahmen wie eine Übergewinnsteuer zu prüfen, um Verbraucher und Industrie zu entlasten. 

Die Erklärung wurde von allen Ländervertretern mit Ausnahme Bayerns unterzeichnet.

Die Energieminister waren auf Einladung Niedersachsens als Vorsitzland der diesjährigen Energieministerkonferenz (EnMK) am Freitag zu einer Sondersitzung in Berlin zusammengekommen. »Mehrere Bundesländer haben mich angesichts der fossilen Preistreiberei und der ständigen neuen Vorschläge aus dem Hause von Bundesministerin Reiche zum Stopp des Ausbaus der Erneuerbaren, von Wasserstoff, der Wärmewende, der Netze, den Batteriespeichern und der Elektromobilität dazu aufgefordert,« so Niedersachsens Energieminister Christian Meyer (Grüne). Auch Bundeswirtschaftsministerin Reiche sei zeitweilig zu der Konferenz zugeschaltet gewesen, teilt das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz mit.

Die EnMK ist ein Instrument der Länder, um energiepolitische Fragen miteinander zu besprechen. Auf der EnMK stimmen sich die für Energiepolitik zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder über ihre Energiepolitik ab.


Pressemitteilung

Sonder-EnMK in Berlin - Gemeinsame Erklärung von 15 Bundesländern

Aufgrund sich zuspitzender geopolitischer Konflikte und der energiepolitischen Lage, die sich insbesondere durch steigende Preise bei fossilen Energieträgern und Treibstoffen zeigt, hat Niedersachsen als diesjähriges Vorsitzland der Energieministerkonferenz (EnMK) am (heutigen) Freitag zu einer Sonder-EnMK eingeladen. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche war zeitweilig zu der Konferenz zugeschaltet.


Als Ergebnis der kurzfristig einberufenen Konferenz haben sich 15 Bundesländer auf eine Gemeinsame Erklärung geeinigt.

Steigerungen der fossilen Energiekosten entgegenwirken: Verbraucher und Wirtschaft entlasten;
Versorgungssicherheit und Resilienz gewährleisten, Energiewende fortsetzen


  1.  Die Energieministerinnen und -minister sowie -senatorinnen der Länder sehen mit großer Sorge die durch den Krieg im Iran und im Nahen Osten und die Defacto-Sperrung der Straße von Hormus ausgelösten spürbaren Steigerungen der Preise für Öl- und Gas, die teil- und phasenweise zu deutlich über den Steigerungen am Weltmarkt liegenden Preisen für fossile Energieträger für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland geführt haben. Aufgrund der anhaltenden Eskalation im Nahen Osten sind weitere Preissprünge nicht mehr auszuschließen. Die Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen ist sicherzustellen.

  2.  Die Energieministerinnen und -minister sowie -senatorinnen begrüßen, dass die Bundesregierung gesetzgeberisch reagiert und Preiserhöhungen an Tankstellen nur noch einmal am Tag zulassen will. Dies schafft Transparenz für die Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig begrüßen sie, dass die Bundesregierung überlegt, die Mittel des Kartellrechts einzusetzen, um die Preispolitik der Gas- und Mineralölkonzerne zu überprüfen. Die Umkehr der Beweislast ist angemessen und sachgerecht. Das Bundeskartellamt soll zeitnah eine Sektoruntersuchung durchführen, wie es das Kartellrecht vorsieht. Weitere Verschärfungen des Kartellrechts sind zu prüfen.

  3. Die Energieministerinnen und -minister sowie -senatorinnen bitten die Bundesregierung mit Bezug zum Koalitionsvertrag, endlich die Absenkung der Stromsteuer auf alle Verbrauchsgruppen auszuweiten, um so alle Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten.

  4. Sie bitten die Bundesregierung weitere Maßnahmen zu prüfen, um die Auswirkungen für Bevölkerung und Wirtschaft einzudämmen.

  5. Die Energieministerinnen und -minister sowie -senatorinnen stellen fest, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien eine wichtige Maßnahme bleibt, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten zu verringern und damit Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung in Deutschland und Europa zu erhöhen. Ihr Ausbau und die Transformation von Industrie- und Produktionsprozessen mittels des Einsatzes wirtschaftlicher grüner Energien sichert Industriestandorte, trägt zu einer regionalen Wertschöpfung bei und schafft Arbeitsplätze.

  6. Zugleich gilt es, die Infrastruktur weiter aus- und umzubauen und sie resilient gegen Krisen aufzustellen. Für den notwendigen Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur braucht es stabile gesetzliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsinstrumente.


Gemeinsame Erklärung von 15 Ländern




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