Donnerstag, 16. April 2026

EU-Kommission genehmigt deutsche Milliardenhilfe für Moore

Deutschlandfunk  hier 14.04.2026

Die EU-Kommission erlaubt Deutschland die Zahlung von Subventionen an Landbesitzer und Bauern zur Renaturierung von Mooren. 

Wie die Behörde in Brüssel mitteilte, geht es um Staatsbeihilfen in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro.

Zur Begründung hieß es, die staatlichen Gelder seien angemessen; die positiven Auswirkungen der Beihilfen würden etwaige Wettbewerbsverzerrungen überwiegen. 

Die Regelung deckt insbesondere Kosten für Beratung, Investitionen und Ausgleichszahlungen für wirtschaftliche Schäden ab. Die wiedervernässten Gebiete sollen als Kohlendioxid-Speicher dienen, aber zugleich landwirtschaftlich nutzbar bleiben.

Oft wurden Moore trockengelegt, um die Flächen für klassische Landwirtschaft nutzbar zu machen. Dabei tritt allerdings viel CO2 aus.
Trockengelegte Moore sind in Deutschland für mehr als sieben Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 

Auf wiedervernässen Moorflächen sollen künftig etwa sogenannte Paludikulturen entstehen, in denen aus Moor- und Wasserpflanzen Biomasse für die Energiegewinnung erzeugt wird. Die Wiedervernässung von trockengelegten Moorböden bis zum Jahr 2045 soll insgesamt 28 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten einsparen.

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als wieder gespeichert werden können.



Utopia hier   15. April 2026

EU gibt grünes Licht: Deutschland investiert Milliarden in die Rettung seiner Moore

Moore speichern mehr CO2 als Wälder und trotzdem wurden sie jahrzehntelang trockengelegt. Jetzt gibt Brüssel grünes Licht: Deutschland darf Moorbesitzer:innen mit bis zu 1,3 Milliarden Euro fördern, damit die Flächen wiedervernässt werden.

Die EU-Kommission hat am Dienstag eine milliardenschwere deutsche Beihilferegelung zur Wiedervernässung von Moorflächen genehmigt. Bis zu 1,3 Milliarden Euro können künftig an Eigentümer:innen und Bewirtschafter:innen fließen, die sich verpflichten, entwässerte Moore wieder unter Wasser zu setzen.


Moore speichern CO2 – solange sie nass sind
Intakte Moore gehören zu den effektivsten natürlichen CO2-Speichern. Das Problem: In Deutschland sind weite Teile der Moorlandschaften entwässert und werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Laut Umweltbundesamt sind trockengelegte Moorböden für rund sieben Prozent der jährlichen deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Das Bundesumweltministerium unter Minister Carsten Schneider (SPD) setzt deshalb auf Moorrenaturierung als Klimaschutzinstrument. Die Wiedervernässung trockener Moorböden bis 2045 soll helfen, 28 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einzusparen – ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität Deutschlands bis 2045.



Was die Förderung konkret abdeckt
Das Programm bezuschusst laut EU-Kommission Beratungsleistungen, Investitionen in der Umsetzungsphase sowie Ausgleichszahlungen für wirtschaftliche Einbußen durch die Wiedervernässung. Gefördert wird auch der Aufbau sogenannter Paludikulturen, also die Bewirtschaftung nasser Moorböden mit angepassten Pflanzen wie Schilf oder Torfmoosen.

Wer sich innerhalb eines Jahres zur Teilnahme entscheidet, erhält einen Bonus von 20 Prozent auf die Förderung. Die Regelung läuft bis Ende 2029.


Landwirt:innen bleiben skeptisch
Nicht alle sind begeistert. In der Arbeitsgruppe Moorbauern des Landvolks Niedersachsen äußerten Landwirt:innen grundsätzliche Bedenken. „Entscheidend wird sein, dass während der Laufzeit von 20 Jahren eine wirtschaftliche Nutzung entstanden ist“, sagte Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, laut Agrarheute.

Auf wiedervernässten Flächen ist eine herkömmliche Nutzung als Weide oder Ackerland nicht mehr möglich. Wer das Grundstück später kauft oder erbt, übernimmt die Verpflichtung automatisch mit. „Die Wiedervernässung steht als Last im Grundbuch und ist nicht umkehrbar“, resümiert Padeken.

Die EU-Kommission hält das Programm dennoch für gerechtfertigt: Ohne staatliche Unterstützung würden solche Projekte schlicht nicht stattfinden.

Utopia.de meint: Die Rettung der Moore muss gefördert werden
Deutsche Moore speichern laut Umweltbundesamt genauso viel Kohlenstoff wie alle Wälder des Landes zusammen – obwohl sie nur fünf Prozent der Landfläche bedecken, Wälder dagegen rund 30 Prozent. Gleichzeitig sind Moore für sieben Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich, weil mehr als 90 Prozent der Flächen entwässert sind. Das zeigt, wie unverhältnismäßig groß der Klimaschaden durch Moore ist, solange sie trocken liegen – und wie groß ihr Potenzial, wenn man sie wiederherstellt.

Dass die EU-Kommission ausdrücklich festgestellt hat, dass derartige Projekte ohne staatliche Förderung schlicht nicht zustande kämen, ist korrekt: Der Markt allein würde dieses Problem auf absehbare Zeit nicht lösen. Die Milliardenhilfe ist deshalb eine sinnvolle Investition für den Klimaschutz in Deutschland.


Verwendete Quellen: dpa, Umweltbundesamt, EU-Kommission, Agrarheute

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