Freitag, 13. März 2026

Vogeltod durch Windräder: Studien widerlegen den Mythos

t-online  hier  12.03.2026 (Quelle: dpa)

Das sagen Studien:
So real ist die Gefahr

Zugvögel und Windrad: Studien zeigen den Einfluss der Anlagen auf Tiere. 
Tausende Zugvögel werden jährlich durch Windräder getötet – so der weitverbreitete Mythos. Zwei Studien zeigen, ob das wirklich stimmt.



Für die Energiewende braucht es nicht nur Solaranlagen, sondern auch Windräder. Doch die sind umstritten. Kritiker argumentieren, dass die drehenden Rotorblätter Vögel und Insekten töten. Aber stimmt das?

Vögel kollidieren selten

In der Tat können Vögel mit Windanlagen kollidieren. Das scheint jedoch nur selten der Fall zu sein. Das zeigen mehrere Studien. Eine Studie des Bundesverbands Windenergie Offshore etwa kommt zu einem klaren Ergebnis. Demnach weichen 99,8 Prozent der Zugvögel den Anlagen aus, nur 0,2 Prozent nicht. Für die Studie analysierten Forschende über vier Millionen Vogelbewegungen innerhalb von 1,5 Jahren in Deutschland.


Die Ergebnisse widersprechen den bisherigen Annahmen.
Eine hohe Zahl von Zugvögeln oder eine hohe Zugvogeldichte führen demnach nicht automatisch zu mehr Kollisionen.


Praktisch keine Kollisionen

Und auch eine aktuelle Untersuchung des Energiekonzerns Vattenfall zeigt, dass die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Zugvögel wesentlich geringer sind als vielerorts behauptet. Für ihre Studie haben Forschende über 19 Monate – von Juni 2023 bis Dezember 2024 – Videoaufnahmen von einer Turbine des Offshore-Windparks vor Aberdeen ausgewertet. Die Kamera erfasste rund 95 Prozent der Tageslichtstunden und dokumentierte 2.007 Flugbahnen von Vögeln in der Nähe der überwachten Anlage.

Das Ergebnis: Die Vögel hielten sowohl in der Luft als auch im Wasser deutlich Abstand oder gingen ihrem normalen Verhalten nach, wie dem Tauchen nach Nahrung. Fachleute berechneten daraus eine erwartete Kollisionsrate von nur 0,002 Ereignissen im gesamten Zeitraum.

Vögel können Windräder auch übersehen

Doch der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) meldet auch andere Beobachtungen. So erklärt Andreas Lindeiner, Landesfachbeauftragter Naturschutz beim LBV, dem Bayerischen Rundfunk, dass Vögel während des Fluges ihren Blick nach unten richten, beispielsweise weil sie nach Beute suchen. Dadurch erkennen sie Windräder oder andere Hindernisse nicht und können mit diesen kollidieren. 

"Bei Windrädern kommt hinzu: Die Flügelspitzen von Fünfzig-Meter-Rotoren erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 340 Kilometern pro Stunde. Das ist so schnell, dass die Vögel nur schwer reagieren können", heißt es in dem Bericht weiter.

Trotz dieser Gefahren ist jedoch nicht bekannt, wie viele Vögel jährlich durch Windkraftwerke getötet werden.


Windkraftanlagen können Vögel vertreiben

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) merkt zudem an, dass viele Vögel zwar Windkraftanlagen weiträumig umfliegen. Das führe jedoch dazu, dass sie ihre Nahrungs- und Rastgebiete verlieren. Dies gelte sowohl für On- als auch für Offshore-Anlagen.


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