Sonntag, 1. März 2026

Wo die Energiewende erfolgreich ist: Dänemark kann uns zeigen wie es geht

 

Dänische Botschaft in Deutschland / LinkedIn

Es sieht fast danach aus, als könne Deutschland an diesem Wochenende das Ende der Heizperiode einläuten. Ein guter Zeitpunkt zurückzuschauen – und zwar auf diese Zahlen: 

So heizen Dänemark & Deutschland!

Während in Deutschland viel über Wärmewende diskutiert wird, ist Fernwärme in Dänemark längst fast flächendeckend vorhanden. 

Mit Wärme aus erneuerbaren Energien, Abwärme und Abfallverbrennung sind dort rund 75% der Fernwärme grün und bezahlbar. Das ist gut und wichtig, nicht nur fürs Klima, sondern vor allem für mehr Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit. 

Dänen frieren nicht… denn hier wurde früh auf kommunale Wärmeplanung, den konsequenten Ausbau von Wärmenetzen und auf die Nutzung von allen relevanten nachhaltigen Wärmequellen gesetzt. Das Ergebnis: Ein Großteil der Haushalte ist an die Fernwärme angeschlossen und die Wärme stammt überwiegend aus erneuerbaren Quellen. 

Und auch in Deutschland ist man schon gut dabei: In Nordrhein-Westfalen liegen mit knapp 5.000 Kilometern Fernwärmenetz die meisten Leitungen – Rekord unter den Bundesländern. Schaut man auf den Anteil der Haushalte mit Fernwärmeanschluss, führt Mecklenburg-Vorpommern mit rund 38%. Knapp dahinter: Berlin (37,6%), Hamburg (32,1%), Sachsen (29%) und Brandenburg (28,8%). [BDEW, 2023]

Auch wenn rund 80% der Wärme in deutschen Wärmenetzen noch aus fossilen Energieträgern stammen, hat Fernwärme enormes Potenzial für die Wärmewende. Denn wenn fossile Kraftwerke oder Industrieanlagen ohnehin laufen, ist es sinnvoll, die dabei entstehende Abwärme zu nutzen. Fernwärme kann hier Effizienz schaffen, indem sie diese Energie auffängt und nutzbar macht.

Mehr dazu in den verlinkten Artikeln in den Kommentaren  hier


Viktoria Jurk • LinkedIn

„Dänemark hat die größten Solarthermieanlagen mit mehreren 1.000,00 m2, die direkt an die Fernwärme-Netze angeschloßen sind. 

Die Anlagen liefern schon weit mehr als 25 Jahre fossilfreie Energie zum heizen. 

Im dänischen Esbjerg steht die weltgrößte Wärmepumpe und entnimmt die Energie direkt aus dem Meer.“

https://lnkd.in/dm-DN7wd


Gabriele Nuñez •

In 25 Jahren von 15% zu 90% Erneuerbarenanteil des dänischen Stroms. 

Dänemark zeigt, wie schnell sich ein Stromsystem verändern kann, wenn Politik, Märkte und Infrastruktur in dieselbe Richtung gehen. 

Dieser Wandel fand innerhalb einer einzigen Generation statt – und verwandelte ein einst fossilienbasiertes System in eines, das von Windenergie dominiert wurde.

Ein paar Dinge stechen besonders hervor:


✅ Erstens skalierte Dänemark den Wind stetig und konstant. Der Einsatz wurde nicht durch kurzlebige Ausbrüche angetrieben; Die Kapazität wuchs Jahr für Jahr, sodass Branchenkapazitäten, öffentliche Akzeptanz und Systemintegration gemeinsam wachsen konnten. 

✅ Zweitens ist Vernetzung von entscheidender Bedeutung. Dänemark ist eng an nordische Wasserkraftsysteme und die benachbarten europäischen Netze gebunden, sodass überschüssige Windenergie exportiert und bei Bedarf Flexibilität importiert werden kann.

✅ Drittens verschwand Flexibilität nie aus dem System. Kraft-Wärme-Kraft-Kraftwerke – von denen viele inzwischen mit Bioenergie betrieben werden – bieten weiterhin steuerbare Erzeugung und synchrone Stabilität neben wachsenden Wind- und Solarvolumen.

Das Ergebnis ist ein Stromsystem mit einem der niedrigsten fossilen Anteile weltweit, das zuverlässig mit sehr hohen Mengen variabler erneuerbarer Energie betrieben wird. 

Die hohen Einzelhandelspreise für Strom in Dänemark spiegeln weitgehend Steuern und politische Entscheidungen wider und nicht die technischen Kosten der erneuerbaren Erzeugung selbst. 

Dänemark erinnert auch an etwas Wichtiges in Energiedebatten: Übergänge werden selten allein durch Technologie begrenzt. Sie werden durch Marktgestaltung, langfristige politische Konsistenz und regionale Zusammenarbeit geprägt.

Nicht jedes Land beginnt von derselben Position aus. Aber die Geschwindigkeit des Wandels zeigt, was möglich wird, sobald sich diese Bedingungen übereinstimmen.

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