Sonntag, 29. März 2026

e-LKW: Die EU-Flottengrenzwerte wirken. Genau deshalb wird jetzt daran gesägt.

 

hier    Daniel Krenzer

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. 

Während Deutschland laut einer aktuellen Analyse von Transport & Environment (T&E) nur im Mittelfeld landet, zeigen einige Länder, wie schnell die Transformation im Nutzfahrzeugbereich gehen kann.

Insgesamt stiegen die E-Lkw-Zulassungen zwischen 2023 und 2025 europaweit um 68 Prozent, im zweiten Halbjahr 2025 lag ihr Anteil bereits bei 5,6 Prozent. Wasserstoff-Lkw hingegen lagen indes bei nur 0,1 Prozent und sind daher bei dieser Betrachtung zu vernachlässigen.

In diesen sieben europäischen Ländern war der Anteil an neuzugelassenen E-Lkw im vergangenen Jahr demnach am höchsten:

7. Platz: Deutschland
Immerhin auf den siebten Platz hat Deutschland es mit 7,1 Prozent E-Lkw unter den Lkw-Neuzulassungen 2025 geschafft. Allerdings liegt der Wert noch deutlich hinter dem anderer Länder. Neben einer teils irrationalen Verbrennerliebe im Land hängt dies vermutlich auch damit zusammen, dass viele große Logistiker nicht die Netzanschluss-Kapazitäten bekommen können, die sie gerne hätten. Doch mit Photovoltaik und Pufferspeichern gibt es auch hierfür Lösungen.

6. Platz: Griechenland
Spätestens seit der nationalen Schuldenkrise wird Griechenland von einigen Deutschen gerne mal belächelt, doch bei der Zukunft des Lastverkehrs auf der Straße sind uns die Südosteuropäer aktuell voraus: 9,3 Prozent aller neuen Lkw waren vergangenes Jahr vollelektrisch unterwegs.

5. Platz: Island
Der Inselstaat, vom US-Präsidenten gerne mit Grönland verwechselt, kam im vergangenen Jahr auf 15,5 Prozent E-Lkw unter den Neuzulassungen. Allerdings haben die Isländer den Vorteil eines sehr dünnen Straßennetzes, das folglich relativ einfach mit ausreichend vielen Lademöglichkeiten ausgestattet werden kann.

4. Platz: Schweden
Wir bleiben in Nordeuropa, wo trotz der Kälte – von Elektrofahrzeug-Skeptikern gerne als K.o.-Kriterium benannt – Elektro-Lkw besonders stark auf dem Vormarsch sind. In Schweden waren 2025 bereits 16,1 Prozent aller neuen Lkw vollelektrisch.

3. Platz: Dänemark
Unsere nördlichen Nachbarn haben es mit 16,9 Prozent E-Lkw unter den Neuzulassungen auf das Treppchen geschafft. Im Land herrscht eine sehr offene Haltung gegenüber Elektromobilität, die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung ist dem Vernehmen nach bedeutend höher als bei uns.

2. Platz: Norwegen
Die Elektrifizierung der Pkw-Neuzulassungen haben die Norweger schon fast durchgespielt, doch bei den E-Lkw ist noch Luft nach oben. Mit 17,3 Prozent im vergangenen Jahr belegt der skandinavische Elektrofahrzeug-Musterstaat aber immerhin den zweiten Rang.

1. Platz: Niederlande
Mit 18,2 Prozent aller Neuzulassungen waren E-Lkw bei unseren westlichen Nachbarn allerdings noch gefragter. Die Niederlande kann dabei auf eine besonders dichte Ladeinfrastruktur zurückgreifen. Die Plätze 1 bis 5 in Europa liegen somit sogar vor China, wo E-Lkw im vergangenen Jahr rund 15 Prozent der Neuzulassungen ausmachten.

Quelle: T&E – E-LKW: Zulassungen steigen europaweit deutlich, Deutschland im Mittelfeld



Daniel Mautz  / LinkedIn

E-Lkw boomen in ganz Europa. Deutschland guckt (positive Ausnahmen ausgenommen) lieber zu.

Die Zahlen sind da. E-Lkw-Zulassungen in Europa sind zwischen 2023 und 2025 um 68 Prozent gestiegen. 

Im zweiten Halbjahr 2025 erreichten E-Lkw einen Marktanteil von 5,6 Prozent. Das ist doppelt so viel wie bei Gasfahrzeugen. 

Wasserstoff-Lkw? Unter 0,1 Prozent. Die Nachfrage nach Diesel-Lkw sank um 16 Prozent. Die Niederlande kommen auf 18,2 Prozent, Norwegen auf 17,3, Dänemark auf 16,9, Schweden auf 16,1. Deutschland? 7,1 Prozent. Mittelfeld.

Und das als Land, in dem Daimler Truck gerade den eActros 600 erfolgreich hochfährt und Volvo als Marktführer herausfordert. Wir bauen die E-Lkw, die andere kaufen. Klingt nach einem Land, das sich selbst im Weg steht.

Der Unterschied zwischen Vorreitern und Mittelfeld ist kein technischer. Er ist ein politischer. Mautbefreiungen, Kaufanreize, Ladeinfrastruktur, Null-Emissions-Zonen. Wer fördert, erntet. 

Wer bremst, bleibt zurück. In Deutschland werden genau diese Instrumente reflexhaft als Planwirtschaft geframed. Während China bereits 15 Prozent E-Lkw-Anteil erreicht und Europa zwei bis drei Jahre hinterherhinkt, wird hierzulande lieber über Technologieoffenheit philosophiert. 

Ein Wort, das in der Praxis Entscheidungsverweigerung bedeutet.

Die EU-Flottengrenzwerte wirken. Genau deshalb wird jetzt daran gesägt. Jeder E-Lkw auf der Straße ist unabhängig von Ölpreisschwankungen. Jeder Diesel-Lkw ist es nicht. Wer den Spediteur:innen Planungssicherheit nehmen will, handelt nicht im Interesse des Mittelstands, sondern im Interesse derer, die am fossilen Status quo verdienen.

Deutschland hat die Ingenieur:innen, die Hersteller, die Technologie. Was fehlt, ist eine Politik, die das eigene Land nicht ins Abseits stellt.

Link: hier


Wolf Warncke /LinkedIn

„Während der Fahrt drehe ich das Radio runter, um zu hören, dass man kaum etwas hört …“

Vilsa liefert Getränke jetzt auch mit Stromer aus

Flüsterleise statt mit typischem Diesel-Gebrumme: Von nun an fährt der Mineralwasserhersteller Vilsa seine Getränkekisten von Bruchhausen-Vilsen auch per Elektro-Lkw aus. Drei der insgesamt 17 Fahrzeuge großen Lkw-Flotte brauchen eine Ladestation statt einer Dieselzapfsäule. Damit schafft das Unternehmen nach eigenen Angaben Distanzen von bis zu 500 Kilometern oder auch Strecken bis ins Ruhrgebiet und zurück. ( … )

E-Lkw gehören zu einer Reihe von Bausteinen, mit denen das Unternehmen seine Strategie verfolgen will, die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis zum Jahr 2050 auf Netto-Null zu reduzieren - im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens. 

In Bruchhausen-Vilsen hat Vilsa zusätzlich in eine Trafostation plus drei Ladesäulen investiert, an denen sechs E-Lkw gleichzeitig aufgeladen werden können. ( … ) 

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um drei Mercedes E-Atros 600. Vilsa-Fahrer Volker Schröder sagt: „Während der Fahrt drehe ich immer wieder das Radio runter, um nochmals zu hören, dass man wirklich kaum etwas hört vom Lkw." Mercedes hatte Vilsa zuvor ein Fahrzeug zu Testzwecken überlassen. ( …)

(Quelle: Florian Schwiegershausen, Weser Kurier)


re:morrow / LinkedIn

𝗗𝗶𝗲 𝗦𝗰𝗵𝘄𝗲𝗶𝘇 𝗲𝗹𝗲𝗸𝘁𝗿𝗶𝗳𝗶𝘇𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗟𝗞𝗪 𝘀𝗰𝗵𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗴𝗮𝗻𝘇 𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽𝗮!

2025 waren 21.3% der neu zugelassenen schweren LKW elektrisch. Der europäische Durchschnitt liegt bei 4.8%. Das heisst, dass jeder fünfte neue LKW in der Schweiz bereits elektrisch fährt.

Aber warum funktioniert das hier? Weil die Rahmenbedingungen stimmen. Elektrische LKW sind von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) befreit – und vor zwei Wochen hat der Nationalrat entschieden, diese Befreiung bis Ende 2031 zu verlängern.

Gleichzeitig wird die Technologie alltagstauglich. Neue Modelle erreichen 400 bis 600 km Reichweite – genug für viele reale Logistik- und Transportrouten. 

Die Zahlen zeigen deutlich: Wenn die Technologie funktioniert und die wirtschaftlichen Anreize stimmen, bewegt sich auch die Logistik schnell. 

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