Mittwoch, 4. März 2026

teures Öl: Die Straße von Hormus ist ein Machtfaktor.

 

Christine Mengelée  • LinkedIn

Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass Unabhängigkeit von Öl und Gas keine Option ist, sondern eine Überlebensstrategie 

Konflikte im Nahen Osten führen uns gerade mit voller Wucht vor Augen, wie fragil die globalen Energieflüsse sind und wie abhängig wir noch immer von geopolitischen Nadelöhren wie der Straße von Hormus bleiben.

1️⃣ Rund um die Meerenge zwischen Iran und Oman eskalieren immer wieder militärische Spannungen wie Angriffe auf Handelsschiffe, Drohnenattacken oder Vergeltungsschläge. Die Region ist seit Jahrzehnten ein geopolitischer Brennpunkt und gleichzeitig einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt.

2️⃣ Die Straße von Hormus ist nicht einfach ein geografischer Punkt, sondern ein Machtfaktor.
Wer diese Passage kontrolliert, kontrolliert den Zugang zu den gigantischen Öl- und Gasvorkommen des Persischen Golfs. Es geht um Einfluss, Abschreckung, wirtschaftliche Hebel und um die Fähigkeit, globale Märkte binnen Stunden ins Wanken zu bringen.

3️⃣ Die Konflikte verändern nicht die Vorkommen, aber sie verändern die Verfügbarkeit.
Wenn Tanker nicht mehr sicher passieren können, steigen Versicherungsprämien, Routen verlängern sich, Lieferungen verzögern sich und die Preise reagieren sofort. Rund 20 % des weltweiten Ölhandels passieren diese Engstelle. Jede Störung wirkt wie ein globaler Preisschock.

4️⃣ Wie genau ist Deutschland betroffen, frage ich mich:
Physisch kaum, preislich sehr deutlich. Deutschland bezieht zwar kein Gas direkt über die Straße von Hormus, aber wir kaufen auf einem globalen Markt ein. Wenn Asien, Indien oder Europa plötzlich um dieselben LNG‑Mengen konkurrieren, steigen die Preise auch hierzulande. Die Abhängigkeit ist also nicht geografisch, sondern ökonomisch.

5️⃣ Deutschland ist also verwundbar, weil wir Energie importieren müssen und damit automatisch Teil eines Systems sind, das von Krisen, Konflikten und Engpässen geprägt ist. Selbst mit neuen LNG‑Terminals, norwegischem Pipelinegas und vollen Speichern bleibt der Weltmarkt ein Risiko, das wir nicht kontrollieren können.

5️⃣ Deshalb müssen wir aus dieser Abhängigkeit heraus!
Durch eine Energiepolitik, die nicht auf geopolitische Hoffnung setzt, sondern auf heimische Stärke nutzt durch:
  • den Ausbau von Wind und Solar
  • den Ausbau von Speicher, Netze und Flexibilitätslösungen
  • Effiziente Industrieprozesse und Elektrifizierung
  • Strategische Resilienz statt taktischer Reaktion

Echte Unabhängigkeit entsteht nicht durch neue Lieferanten, sondern durch weniger Bedarf an fossilen Importen 

Mein Fazit:
Die zentrale Frage lautet nicht,
ob wir uns die Energiewende leisten können.
Die zentrale Frage lautet:
Wie lange können wir uns Abhängigkeit noch leisten?



Christine Mengelée - GreenFairWorld


Focus hier  

Wirtschaftsticker zum Iran - Meldungen:
  • Dieselpreis springt auf über zwei Euro pro Liter
  • Gaspreis knallt hoch! LNG-Riese schockt Europa



Capital  hier  
von Nils Kreimeier   hinter Bezahlschranke

Deutschlands Energiepolitik zerschellt im Iran

Der Irankrieg zeigt: Wer wie die Bundesregierung wieder auf Gas und Öl als Energieträger setzt, gefährdet die Zukunft des Landes




Zeit hier  3. März 2026, Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, dpa, vsp

Ölversorgung: Irans Revolutionsgarde prognostiziert Ölpreis von 200 US-Dollar

er Iran droht damit, jedes Schiff zu verbrennen, das die Straße von Hormus zu passieren versucht. Auch Pipelines würden attackiert. Kein Tropfen Öl solle durchkommen.

....Zahlreiche Analysten hielten ⁠einen Ölpreis ​von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch ​gesperrt bleibe. Die drastischste Prognose stammt zurzeit von Analysten der Marktanalysefirma Bernstein Research. Sie erhöhten am Montag ihre Ölpreiserwartung von 65 US-Dollar auf 80 US-Dollar je Barrel. Im schlimmsten Fall eines anhaltenden Konflikts sei auch ein Ölpreis von bis zu 150 US-Dollar möglich.

Die Europäische Union bereitet sich bereits auf mögliche Notlagen vor. Es werde ein Energie-Krisenstab mit den Mitgliedsstaaten eingerichtet, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einer Sondersitzung in Brüssel mit. Das Krisengremium soll Reaktionen auf rasant steigende Öl-, Sprit- und Gaspreise planen.



hier Deutschlandfunk

Steigende Öl-, Sprit- und Gaspreise

EU kündigt Energie-Krisenstab an

Steigende Preise für Öl und Gas haben weltweit Besorgnis ausgelöst. Die EU-Kommission hat jetzt angekündigt, einen Energie-Krisenstab einzuberufen. Damit will man sich für mögliche Notlagen wappnen.







Deutsche Umwelthilfe  LinkedIn 02.03.2026

Unsere Abhängigkeit von fossilen Energien macht uns verwundbar – wirtschaftlich und politisch. 

Das zeigt, wie verantwortungslos die Pläne für das Gebäudemodernisierungsgesetz sind: Mit neuen Gasheizungen treibt es vor allem Mieter*innen direkt in die Kostenfalle.

Wind und Sonne müssen nicht durch Krisenregionen transportiert werden. Sie stehen hier vor unserer Haustür bereit.

Darum gilt jetzt: Erneuerbare massiv ausbauen – raus aus fossilen Energien und raus aus der Abhängigkeit von autokratischen Regimen.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen