Ruprecht Polenz /LinkedIn
Wann folgt Deutschland?
hier Winfuture Christian Kahle, 25.03.2026
Die britische Regierung verschärft angesichts der globalen Energiekrise infolge des Iran-Konflikts ihre Bauvorschriften: Alle neu errichteten Wohnhäuser müssen verpflichtend mit Solaranlagen und klimafreundlichen Heizsystemen ausgestattet werden.
Mehr Erneuerbare sind strategische Notwendigkeit
Die Maßnahme ist Teil des sogenannten "Future Homes Standard", der ab 2028 greifen soll.
Mit den neuen Regeln will London die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und zugleich die Versorgungssicherheit stärken.
Nach Angaben von Energieminister Ed Miliband habe der Krieg gegen Iran deutlich gemacht, wie anfällig internationale Energiemärkte seien. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei daher nicht nur eine klimapolitische, sondern auch eine strategische Notwendigkeit, erklärte er laut eines Berichtes des US-Senders CNBC.
Konkret sieht der Standard vor, dass Neubauten über eigene Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen verfügen müssen, was in den meisten Fällen durch Photovoltaik realisiert werden dürfte. Zudem sollen emissionsarme Heizlösungen wie Wärmepumpen oder Wärmenetze zur Pflicht werden. Ergänzend plant die Regierung, steckbare Solarmodule für Balkone verstärkt in den Handel zu bringen, sodass auch Mieter leichter Zugang zu Solarstrom erhalten.
In der Energiewirtschaft stößt der Vorstoß überwiegend auf Zustimmung. So erklärte Greg Jackson vom Unternehmen Octopus Energy, die Nachfrage nach Solartechnik sei seit Beginn des Nahostkonflikts bereits deutlich gestiegen. Auch Wärmepumpen und Elektroautos verzeichneten einen Boom. Jede zusätzliche Anlage senke Kosten und erhöhe die Unabhängigkeit des Landes.
Energiepreise steigen weltweit
Der Hintergrund der Reform ist die anhaltende Krise auf den Energiemärkten. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar kommt es zu massiven Störungen bei Förderung und Transport von Öl. Besonders betroffen ist die strategisch wichtige Meerenge Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert wird. Der Schiffsverkehr dort ist zuletzt nahezu zum Erliegen gekommen.
Die Folgen sind weltweit spürbar: Viele Länder kämpfen mit stark steigenden Energiepreisen. Einige Staaten reagieren bereits mit drastischen Maßnahmen von Preisdeckeln bis hin zu Rationierungen. Die deutsche Bundesregierung verfolgt unter dessen weiter ihren Plan, bis zum Sommer einen Ersatz zum Gebäudeenergiegesetz durchzubringen, mit dem der Bau neuer Öl- und Gasheizungen wieder forciert wird.
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