Dienstag, 10. März 2026

Aktuelle Situation im Reichermoos aus Sicht des scheidenden Vorstandes Manfred Scheuerbrand

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte am Reichermoos,

Ich darf mich als Vorstand aus persönlichen Gründen verabschieden. Es ist mir ein Anliegen mich bei allen für die Mitarbeit und das Interesse zu bedanken.

Als Mitglied bleibe ich unserer Sache treu! Ich freue mich, dass Dr. Christian Rau meine Nachfolge engagiert antritt. 

Links    1. Vorstand Dr. Christian Rau                                                                        
Rechts 2. Vorstand Dieter Josef Walter

Ich bin sicher, dass sich damit auch neue Chancen einer unbelasteten Kommunikation zu Behörden ergeben können.

Herzlichen Glückwunsch zur einstimmigen Wahl und weiterhin viel Erfolg für Pro Natur und das Reichermoos. 

Bitte bleiben Sie Pro Natur und dem Ziel zur Revitalisierung des Reichermoos verbunden.

In Kürze werden Sie vom neu gewählten Vorstand über unsere Jahreshauptversammlung vom 27.02.2026 informiert.

Freundliche Grüße

Manfred Scheurenbrand


Zum Abschluss darf ich die aktuelle Situation im Reichermoos aus meiner Sicht darstellen

Peter Sonntag erläuterte die schon umgesetzten Maßnahmen der Wiedervernässung und was in 2026 noch vorgesehen ist. 
Sein persönliches Engagement für das Reichermoos über viele Jahre, hat höchsten Respekt verdient.
Es werden, wie im Gutachten gefordert, im geschädigten offenen Bereich, fast alle Entwässerungsgräben geschlossen.

Ohne bürokratische Hürden wurde damit eine praxisnahe und sehr günstige Verbesserung unter Mitwirkung des Landschaftserhaltungsverbandes erreicht.
Für den Artenschutz wurden im Natura 2000 Gebiet weitere Maßnahmen umgesetzt, über die wir vom Regierungspräsidium informiert wurden.
Unser Verein hat zu diesem Teilerfolg beigetragen, wie uns von verschiedenen Seiten bestätigt wurde. 

Wie geht es unabhängig vom privaten Engagement von Peter Sonntag im Reichermoos weiter?
Welche Pflegemaßnahmen werden dauerhaft und durch wen finanziert ?
Es darf nicht sein, dass das Reichermoos vom Wohlwollen einzelner Personen abhängig ist. Vom Landratsamt oder Regierungspräsidium liegen dazu keine Zusagen vor. 

Die umgesetzten Maßnahmen wurden unter Tolerierung der Torfabbauer ermöglicht. Wir hoffen, dass dies nicht in vorauseilendem Gehorsam, als Grundlage eines Verlängerungsantrags erfolgte. 
Unsere Ziele, z.B. öffentlicher Zugang und das Ende des Torfabbaus in 2030 und eine komplette Revitalisierung, sind noch nicht erreicht!

Wir waren am 23. Januar bei der Jahresversammlung des Zweckverbandes Moorgewinnung Reichermoos in Bad Buchau. 
Tatsache ist, dass die Nachfrage nach Moorbädern stark zurück geht.

Die Bäderbertriebe machen hohe Verluste, wie dies ja auch durch die Presse ging.
Allein Bad Wurzach hatte 2024 einen Verlust von 1,2 Mio €.
Tatsächlich wurden 2024 nur noch 1300 Kubikmeter Torf, anstatt 2200 wie im Vorjahr abgebaut. 
Ob die Bäderstädte bei den hohen Verlusten über 2030 hinaus, einen Zweckverband zum weiteren Torfabbau aufrecht erhalten wollen bzw. können? 

Die Torfanalysen ergaben allerbeste Qualitäten. Die alte Aussage des Verbandes und seiner Lobby, das Reichermoos sei tot, ist ohnehin schon lange widerlegt. 
Auf keinen Fall dürfte ein neuer, weiterer Abbauantrag nur eine Fläche von 5 Hektar umfassen, um aufwändigere, teurere Gutachten zu verhindern.
Unsere Hoffnung ist, dass die fehlende Wirtschaftlichkeit einen weiteren Antrag auf Torfabbau ausschließt.
Die Bürger der Bäderstädte wollen sicher nicht die Kosten der Moorbäder ihrer Gäste bzw. dieses Millionendefizit, dauerhaft bezahlen.

Im alten Genehmigungsvertrag zum Torfabbau ist pauschal die Verpflichtung zur Renaturierung bis 2030 enthalten. Der Vertragstext ist rechtlich schwammig und lässt großen Spielraum zu.
Unklar ist, was damit konkret vertraglich vereinbart wurde. Die Behörden sind verpflichtet, dies im Interesse des Reichermoos zu klären. 

Z.B. wurde auch eine Strasse in den Torfkörper zum leichteren Abbau und Abtransport gebaut. Dies erfolgte ohne jegliche Genehmigung.
Sie wird nicht zur Pflege oder Unterhalt benötigt und blockiert und schädigt den wieder teilvernässten Moorkörper z. B. durch Kalk. Diese Strasse muss zurückgebaut werden. 

Nur wenn Gutachten und der weitere Torfabbau noch teuer werden, wird der Zweckverband auf einen weiteren Abbauantrag verzichten. 
Nur das Ende des Torfabbaues wird die umfassende Revitalisierung des Reichermoos grundlegend ermöglichen! 

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