Montag, 16. Mai 2022

Kretschmann streitet für das Biosphärengebiet

Schwäbische Zeitung  hier   Von Emanuel Hege
in diesem Post werden nur kurze Auszüge wiedergegeben, bei denen es um Biosphärenreservat und Altdorfer Wald geht

Ministerpräsident bekommt in Oberschwaben Beifall, Kritik und hat einen Wutanfall - Der Besuch im Zeitprotokoll

14.16 Uhr: ....: „Ich habe schon viele Briefe voller Bedenken wegen des Biosphärengebiets Oberschwaben bekommen. Wir müssen uns das einmal abgewöhnen: Immer erstmal dagegen zu sein.“ Zustimmendes Nicken. Es werde die Zeit der Kritik kommen, jetzt sei ihm das alles aber zu früh.

14.30 Uhr: Der Tross setzt sich in Bewegung - und kommt nach wenigen Schritten zum Stehen. Die Klimaaktivisten aus dem Altdorfer Wald haben sich aufgereiht. Kretschmann ist interessiert, aber auch herausfordernd. Der Kiesabbau im Kreis müsse beendet werden, die Abholzung gestoppt, so die Aktivisten. „Eine Sorge kann ich Ihnen gleich nehmen: Der Wald im Land wird nicht kleiner“, sagt Kretschmann. „Sie meinen also, diese mickrigen Bäume, die nachgepflanzt werden, haben den gleichen Wert wie jahrzehntealte Bäume?“, erwidert Aktivistin Charlie Kiehne. Die Arbeit der Gruppe sei gut, so der Ministerpräsident. „Konzentrieren Sie sich aber lieber auf Argumente, die nicht so leicht widerlegbar sind.“ Kretschmann moderiert die Diskussion ab. „Was ein Arschloch“, zischt jemand. Er hört es nicht.

14.43 Uhr: Der Spaziergang schafft 50 weitere Meter, da warten die Landwirte. Sie seien gegen das Biosphärengebiet Oberschwaben, sagt Winfried Müller, Obmann des Bauernverbandes. Ihre Flächen seien durch die Vorgaben jetzt schon total entwertet. „Und was für Ängste haben Sie jetzt wegen des Biosphärengebiets um Gottes Willen?“, fragt Kretschmann laut. „Das erhält doch die Kulturlandschaft.“ Diese ganze Dynamik mache den Landwirten Sorge, sagt Müller. Es gebe schon viele Richtlinien, und nun sollen weitere der Unesco hinzukommen. Kretschmann wird lauter. „Wenn wir jetzt beim Klimaschutz nichts tun, dann können Sie in 20 Jahren hier gar keine Landwirtschaft mehr machen.

Ein anderer Landwirt schaltet sich ein, trägt seine Argumente vor und provoziert: „Nicht nur der russische Präsident hat schlechte Berater.“ Jetzt platzt Kretschmann der Kragen: „So nicht. Das kann nicht sein, dass Sie mich in diese Nähe rücken.“ Die Diskussion ist beendet.


Das meinen die Aktivisten zum Kretschmann Besuch:

Sabine meint zum Wutanfall:  "scheinbar berechtigt in diesem Moment.  Zumindest hatte er gegenüber Charlie keinen Wutanfall"

meine Ergänzung: er sagte doch laut SZ sogar zu den Altdorfer Wald Aktivisten:
"Die Arbeit der Gruppe ist gut"

Hermine: "Immerhin hat er Mannes Aussage, dass die Baumbesetzung gegen Kiesabbau im Alti und für Windkraft (wenn unbedingt nötig) ist, wahrgenommen, hat extra nochmals nachgefragt.
Ich habe ihn angesprochen wegen Regionalplanung und Flächenverbrauch."

"Und unsre "Oma"-Kletteraktivistin hat ihn bzgl. der Weißenbronner Quellen angesprochen"


Martin: "Kretschmann hat sich nach meinem Statement argumentativ leider nur auf die Wald Fläche in BaWü gesamt zurück gezogen.  Dass er keinen Unterschied zwischen 100 Jährigen Bäumen und Setzlingen macht war skurril und  ignoriert die Dramatik des Klimawandels."

Hermine: "Ja, das war blöd. Da wollte er Recht haben…..
allerdings ist die Argumentationslinie gegen Kiesabbau im Alti vielleicht besser im Trinkwasserschutz zu sehen und an der Stelle nicht mit den überwiegenden Fichtenbäumen...
Was auch stimmt ist, dass Ba-Wü jeden gefällten Baum nachsetzt, in Weingarten versuchen wir 1:2 nachzusetzen. Ersetzt natürlich nicht die Qualität einer alten Buche oder so. 

Generell kam der Regionalplan  gar nicht zur Sprache. Sehr schade. Er ist der Quell allen Übels.
Durch weiteren geplanten Straßenbau verlieren wir unglaublich Bäume.
Versiegelung durch 13 b Einfamilienhaussiedlungen sind echt dramatisch. Und weil das in Außenbezirken geschieht, werden da oft auch noch alte Steuobstbäume gefällt.
Geschweige denn Gewerbeflächenausweisungen.

Eigentlich müsste an jeder Ecke eine Baumhausbesetzung sein!
Kretschmann hat sehr wohl registriert, dass das Klimacamp gegen den Kiesabbau im Alti ist, solange es Alternativen gibt (kein Export, Betonrecycling, Einsparen von Ressourcen), nicht aber generell gegen Windkraft ist. Hoffentlich bleibt das hängen.....


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