Utopia hier Von dpa und Martin Tillich 30. April 2026 dpa, PV Magazine
Deutschlands größter Batteriespeicher entsteht in Sachsen-Anhalt – er soll Strom für Hunderttausende Haushalte speichern
Heise hier 29.04.2026,
Mehr als 1,4 Gigawatt: Riesige Batteriespeicher am ehemaligen AKW Grohnde
Mindestens 1,4 Gigawatt Leistung und 6 GWh Kapazität: Der Energiecluster Emmerthal soll mehr leisten als einst das AKW Grohnde und liegt an großen Stromtrassen.
2021 wurde das niedersächsische Kernkraftwerk Grohnde an der Weser stillgelegt. Nun wächst unmittelbar daneben der Energiecluster Emmerthal mit drei sehr großen Batteriespeichern, Freiflächen-Photovoltaikanlagen, einem neuen Umspannwerk für mehrere 380-Kilovolt-Hochspannungsleitungen.
Die Orte Grohnde und Kirchohsen an der Weser gehören zur Gemeinde Emmerthal. Diese hat beschlossen, im „Energiecluster Emmerthal“ bis zu drei Batteriespeichersysteme (BESS) auf maximal 35 Hektar Fläche zu genehmigen.Laut öffentlichen Unterlagen der Gemeinde haben drei BESS-Projekte der Betreiber Green Energy Storage Initiative (GESI), FRV und Elements Green bereits Zusagen für ihre jeweiligen Netzanschlüsse erhalten.
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Die Betreiber GESI und FRV haben bereits relativ konkrete Pläne für ihre BESS im Energiecluster Emmerthal veröffentlicht. GESI will Container mit Lithium-Eisenphosphat-(LiFePo-)Akkus aufstellen, die zusammen 3,84 Gigawattstunden (GWh) Energie speichern und bis zu 870 Megawatt (MW) Leistung abgeben. Man spricht von einer sogenannten 4-Stunden-Anlage, weil die komplette Entladung so lange dauern würde.
FRV plant ebenfalls ein 4-Stunden-System: Das BESS „Grohnde III“ soll 2,4 GWh speichern und bis zu 600 MW abgeben. Es kooperiert mit einer 53 Hektar großen Freiflächen-PV-Anlage des Betreibers Solizer in direkter Nähe, die eine Spitzenleistung von 72 MW (MWp) leisten soll. Wegen Änderungen an den Ausschreibungsbedingungen werden große Solarstromprojekte und Batteriespeicher zunehmend gemeinsam geplant. Schon die beiden BESS von GESI und FRV leisten mit 1,47 GW mehr als das ehemalige AKW Grohnde mit 1,36 GW netto.
Der britische Projektentwickler Elements Green hingegen nennt noch keine Daten zu Emmerthal. Elements Green will in Deutschland jedoch zwei Milliarden Euro investieren und baut unter anderem ein 400-MW-BESS in Elsfleth. Falls Elements Green auch in Emmerthal 400 MW baut, wird der Standort insgesamt 1,87 GW leisten und 7,8 GWh speichern.
Update: Laut der Website battery-charts.de sind in Deutschland derzeit Batterie-Großspeicher mit insgesamt 5,2 GWh Kapazität in Betrieb, die rund 3,2 GW Leistung abgeben können. Demnach sollen bis Ende 2027 weitere 10 GWh in Betrieb gehen. Sogenannte Heimspeicher fassen hierzulande derzeit schon mehr als 21 GWh. Die Zahlen auf battery-charts entstammen dem Marktstammdatenregister (MaStR)....
Martin Jendrischik / LinkedIn
Im 1. Quartal 2026 wurden in Deutschland Batteriespeicher mit über 2 Gigawattstunden neuer Kapazität in Betrieb genommen.
Das ist ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der Bestand liegt jetzt bei 28 Gigawattstunden in 2,5 Millionen Anlagen - genug für den Tagesstromverbrauch von 3 Millionen Haushalten. Treiber sind Großspeicher über 1 Megawattstunde: Hier hat sich der Zubau gegenüber Vorjahr fast vervierfacht.
Drei Zahlen, die das Ausmaß zeigen:
→ Großspeicher über 1 MWh: +270 Prozent Zubau im 1. Quartal
→ Gewerbespeicher (20 kWh bis 1 MWh): +42 Prozent
→ Bestand entspricht Tagesstromproduktion von mehr als zwei geplanten Reserve-Gaskraftwerken
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, bringt die Sache auf den Punkt: „Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem. Im Vergleich zu Erdgaskraftwerken sind sie schneller errichtet, verursachen keine direkten CO2-Emissionen und senken Systemkosten."
Eine YouGov-Umfrage unter 2.190 Wahlberechtigten zeigt, dass auch die Bevölkerung die Richtung kennt: 42 Prozent wollen Batteriespeicher als zentrale Antwort auf Solar- und Wind-Schwankungen, nur 17 Prozent setzen auf Erdgaskraftwerke.
Damit Speicher ihr volles Potenzial entfalten können, müssen Marktbarrieren weiter abgebaut werden. Der BSW-Solar fordert vereinfachte Rahmenbedingungen für Co-Located-Speicher, schnellere Netzanschlussverfahren und Netzentgelte, die den Speicherbetrieb nicht verteuern. Bei Netzengpässen und negativen Strompreisen sollten PV-Anlagen nicht mehr abgeregelt, sondern der Strom in lokalen Batterien gespeichert werden können.
Wer 2026 noch Gaskraftwerke als Versorgungssicherheit verkauft, hat den Markt nicht gelesen.
Quelle/Bild: BSW-Solar
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