Watson hier 02.02.2026 Annika Danielmeier
Über 100 Länder treiben Ausbau von Elektromobilität voranIm Kampf gegen die Klimakrise setzen immer mehr Länder auf Elektroautos, um CO₂-Emissionen zu senken und ihre Klimaziele zu erreichen. Eine neue Analyse zeigt anhand der von den Staaten eingereichten nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs), wie weit diese jeweils beim Thema Elektromobilität sind.
Demnach nimmt die Elektromobilität weltweit an Fahrt auf: Insgesamt 104 Staaten haben den Ausbau von Elektrofahrzeugen angekündigt.
Klima-Abkommen: Rekord beim Ausbau von Elektromobilität
Die NDCs sind zentraler Bestandteil des Pariser Klimaabkommens von 2015. Alle fünf Jahre legen die Staaten gegenüber den Vereinten Nationen zusammen mit den NDCs ihre Maßnahmen vor, mit denen sie die CO₂-Emissionen reduzieren wollen.
Dabei wurde ein neuer Rekord gebrochen: 66 Länder – darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten – haben erstmals konkrete Ziele formuliert.
Gemeinsam machen diese 66 Staaten mehr als 60 Prozent des globalen Automobilabsatzes aus. Besonders bemerkenswert: 52 Länder haben seit 2015 zum ersten Mal konkrete Ausbauziele eingereicht, wie eine interaktive Weltkarte von Agora Verkehrswende zeigt.
"Es ist ermutigend zu sehen, wie der Umstieg vom Verbrenner- auf den Elektromotor weltweit forciert wird, damit der Klimaschutz im Verkehr Fahrt aufnimmt (...)", sagt Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, zu den Ergebnissen der Analyse in einer Pressemitteilung.
Länder wollen Elektromobilität bei Autos ausbauen
Neben den EU-Staaten stechen Länder wie Großbritannien, Kanada sowie kleinere Volkswirtschaften wie Barbados, Kuba, Nepal und Ruanda beim Thema Elektromobilität hervor. Diese haben laut Pressemitteilung ehrgeizige Ziele für den Absatz von Elektrofahrzeugen formuliert und außerdem weitere Maßnahmen angekündigt, darunter detaillierte Finanzpläne.
- Bei den Fahrzeugen setzen die meisten Staaten (56) ihre Ziele auf den Ausbau der Elektromobilität bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.
- 49 Länder haben sich Ziele für Elektrobusse gesetzt,
- 36 für Lkw und
- 13 für Motorräder.
- Neun Staaten planen den Ausbau der Ladeinfrastruktur, und
- fünf Länder haben Ziele für die Elektrifizierung des Schienennetzes.
Agora Verkehrswende geht davon aus, dass die tatsächlichen Ambitionen vieler Länder höher sind, als es die NDCs zeigen, denn viele Länder haben nationale Strategien und Maßnahmen beschlossen, die nicht vollständig in ihren Klimaschutzbeiträgen abgebildet sind.
Allerdings machen die Länder, die sich spezifische Ziele zur Elektromobilität gesetzt haben, nur 34 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors aus.
Keine konkreten Ziele in ihren NDCs haben bisher 62 Staaten vorgelegt. Vor allem die großen CO₂-Emittenten sollten Ziele verabschieden, sagt Linda Cáceres Leal, Projektmanagerin für internationale Zusammenarbeit bei Agora Verkehrswende. Sie betont: " (...) Um die Klimaziele des Pariser Vertrages zu erfüllen, wird die Elektromobilität allein nicht reichen, aber ohne sie wird dies auf keinen Fall gelingen."

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