Aktuell würde mancher chinesische oder US-CEO / Arbeiter wahrscheinlich gerne mit den Problemen seiner deutschen Kollegen tauschen.
In beiden Ländern ist die Industrie in einer schweren Krise.
USA
Die industrielle Basis ist weitgehend weggebrochen. Die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe macht nur mehr 10% der Gesamtbeschäftigung aus.
Trump wurde u.a. wegen seines Versprechens wiedergewählt „I will bring back manufacturing jobs to the USA.“ Dafür hat er der ganzen Welt einen Zoll-Krieg erklärt. Erreicht hat er damit das Gegenteil.
- Die Einfuhrzölle verteuern Made in USA. Komplexe Produkte wie Autos/Flugzeuge benötigen Import-Komponenten, auf denen nun hohe Zölle sind. Die Folge: US-Produktionskosten stiegen, US-Exporte verteuerten sich und brachen ein.
- Wegen der erhöhten Produktionskosten wird Produktion ins Ausland verlagert. Neuaufträge gehen zurück, Personal wird abgebaut.
- Die unsicheren Rahmenbedingungen schrecken ausländische Investoren ab, inländische Betriebe stellen keine Mitarbeiter ein.
- Wegen den Zöllen wird Made in USA boykottiert (z.B. Tesla, Boeing). Der größte Importeur von US-Agrarprodukten (China) hat seine Importe auf andere Länder umgestellt – eine Katastrophe für die US-Agrarindustrie. Die Europäer und Kanadier rüsten auf, kaufen aber nun bevorzugt Waffen „Made in Europe“.
- Die rigorose Abschiebepolitik von Ausländern schreckt qualifizierte ausländische Zuwanderer ab.
China
- Arbeitsintensive Fertigung wandert nach Südostasien ab.
- Die Transformation von arbeitsintensiver Billig-Fertigung zu automatisierter High-Tech-Fertigung macht Mio. einfach qualifizierter Arbeitskräfte arbeitslos.
- In den letzten 10 Jahren hat China doppelt so viele Industriearbeitsplätze verloren wie Deutschland insgesamt hat.
- Die Automobilindustrie kämpft mit starker Überproduktion und einem ruinösen Preiskampf. In den nächsten Jahren werden die meisten Hersteller verschwinden, zusammen mit Mio. weiterer Arbeitsplätze.
- Durch den Zollkrieg mit den USA sind weitere rund 20 Mio. Arbeitsplätze gefährdet.
- Löhne fallen, der private Konsum geht zurück.
- Durch den Zusammenbruch des Immobilienmarkts haben viele Chinesen ihre Ersparnisse verloren.
Bei den Problemen in den USA und China sind deren AKWs und niedrigen Strompreise völlig irrelevant.
Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland:
Wir können an den Energiepreisen viel ändern (z.B. können sich Betriebe eigene Energieanlagen bauen), Amerikaner und Chinesen an ihren Problemen wenig.
Gehen wir unsere Probleme an und nutzen dabei die Chancen, welche sich durch den riesigen globalen Markt bei Erneuerbaren Energien ergeben (siehe https://lnkd.in/enB_FUcM) dann ist die deutsche Industrie für die Zukunft gut aufgestellt.
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