Freitag, 9. April 2021

Noch eine Petition gegen den Regionalplan

Noch eine Petition.....ist ja lustig, da wird auf unsere Petition verwiesen, die in der Schwäbischen bisher tot geschwiegen wurde ???

Auszüge aus dem Artikel in der Schwäbischen Zeitung, hier der ganze Artikel für Abonnenten

Erneut gibt es eine Petition, die sich gegen die Pläne des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben richtet. Dieses Mal geht es um die Ausweisung eines möglichen 70 Hektar großen Gewerbegebiets an der Bundesstraße 30 zwischen Baienfurt-Niederbiegen und Baindt-Schachen. Angedacht ist es als interkommunales Gewerbegebiet der Gemeinden Baienfurt, Baindt, Berg und den Städten Ravensburg und Weingarten. Mittlerweile ist die Petition auch beim Landtag von Baden-Württemberg eingegangen. Vonseiten der Gemeinden Baienfurt und Baindt ernten die Petenten Verständnis.

Die Pläne für das Gewerbegebiet sind schon alt. Lange schon schielen Planer, die Industrie und auch die Kommunen im Schussental auf die grünen Wiesen zwischen Baienfurt und Baindt. Denn die Wirtschaft im Schussental prosperiert und braucht mehr Platz. Und die Fläche bei Baienfurt und Baindt ist die letzte Möglichkeit, im Schussental große Gewerbeflächen zu entwickeln. ....

Doch gegen das geplante Gewerbegebiet regt sich Widerstand. Silvia Frommann aus Niederbiegen gehören Teile der vorgesehenen Fläche und will, dass die landwirtschaftlichen Flächen auch landwirtschaftliche Flächen bleiben. „Diese Pläne sind nicht zukunftsfähig und nachhaltig“, sagt Frommann. Sie kritisiert, dass durch ein solches Gewerbegebiet Fläche versiegelt werde und wertvolle landwirtschaftliche für immer verloren gehe. „Das Schussental würde so einen wichtigen Grünzug und die Lebensqualität der Bürger würde auch stark eingeschränkt werden“, sagt sie. Außerdem verweist sie auf das Thema Klimawandel. „Ein solcher Plan ist einfach nicht zeitgemäß.“

Mehr Gewerbefläche und mehr Arbeitsplätze bedeute mehr Zuzug, mehr Wohnraum, der benötigt werde und das bedeute wiederum höhere Preise. Zudem werde die ganze Region zugebaut, so Frommann. Es entstehe ein Wohngebiet nach dem anderen. „Die Region ist attraktiv. Aber vielleicht ist sie ja auch so attraktiv, weil es noch ein bisschen Grün gibt und eben nicht alles zugebaut ist. Wir wollen nicht der Fußabtreter von Ravensburg und Weingarten werden, wenn hier ein Industriegebiet entsteht.“

Jetzt hat sich eine lose Gruppe um Silvia Frommann gegründet, die sich „Initiative gegen das Gewerbegebiet Baindt/Baienfurt“ nennt. Sie besteht vor allem aus Grundstückseigentümern der Flächen. ....

.....Auch Baindts Bürgermeisterin Simone Rürup kann den Unmut über ein größeres Gewerbegebiet auf dieser Fläche verstehen. „Die Not nach Gewerbeflächen im Schussental ist enorm. Man muss aber durchaus infrage stellen, ob es wirklich 70 Hektar sein müssen. Wir müssen sorgsam mit unseren Flächen umgehen, weil man das Thema Klimaschutz von allen Seiten betrachten muss“, sagt Rürup.

Denn Kaltluftschneisen und Grünzüge seien gerade auch im Schussental wichtig. Ohnehin ist die Not nach Gewerbeflächen in Baindt derzeit nicht sehr groß, weil man gerade erst im Gewerbegebiet Mehlis Möglichkeiten zur Erweiterung geschaffen hat, acht weitere Grundstücke sind dazugekommen.

Die Bürgermeisterin sieht zudem den Bedarf nach landwirtschaftlichen Flächen, weil regionale und biologische Lebensmittel immer gefragter sind. Diesen Punkt spricht auch Silvia Frommann an, die an einen Verkauf ihrer Grundstücke gar nicht denken will. „Das sind extrem gute Böden und ich werde regelmäßig von Landwirten angesprochen, die die Flächen pachten wollen“, sagt sie. Zwar sei sie auch nicht mit allem einverstanden, was in der Landwirtschaft passiere. Aber sie wolle der Produktion von regionalen Lebensmitteln Vorrang geben.

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