Zum Thema Konsum und Wasserverbrauch heute auch im Südkurier ein Artikel
07.01.2022 |Soja-Produktion statt Bio-Diversität
Europa ist einer der schärfsten Kritiker an der zerstörerischen Amazonas-Politik von Brasiliens rechtspopulistischem Präsidenten Jair Bolsonaro. Tatsächlich hat die Abholzung unter Bolsonaro bedrohlich zugenommen. Der Sieger dieser Entwicklung: die brasilianische Agrar-Industrie, die immer neue Umsatzrekorde einfährt.
Ein Grund ist der Soja-Anbau. Und hier ist vor allem Europa einer der größten Abnehmer. Neben China, das immer mehr Soja aus Brasilien importiert, ist es besonders die europäische Fleisch-Industrie, die Soja als Tierfutter einführt.Ein nur kleiner Anteil der weltweiten Soja-Produktion, fließt in die Produktion veganer Produkte. Umweltorganisationen schätzen, dass sechs Prozent der Welt-Sojaernte, hauptsächlich aus Asien, direkt für den menschlichen Verzehr in Form von Sojasprossen, -öl oder Tofu genutzt wird. Der Vorwurf, dass die Produktion veganer Lebensmittel an der Zerstörung des Regenwalds schuld sind, ist also falsch.
Die Organisation „Faszination Regenwald“ fordert stattdessen ein Umdenken vor allem in Europa, um die flächenfressende Soja-Produktion unter anderem im Amazonas zu stoppen: „Unsere Viehbestände sind viel zu hoch, als dass sie noch von einheimisch angebauten Futtermitteln ernährt werden könnten. Ohne die Importe von Sojabohnen, die auf ehemaligen Tropenwaldflächen angebaut wurden, könnten unsere Massentierhaltungen heute nicht existieren.“ Wer also den Regenwald schützen will, muss den Fleischkonsum deutlich reduzieren.
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