Zeit hier 15. Januar 2025,Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, lak
Erneuerbare Energien: Genehmigungen von Windkraftanlagen erreichen neuen HöchststandIn Deutschland wurden 2024 so viele Windkraftanlagen genehmigt wie noch nie – doch zu wenige gebaut. Der Fachverband fordert die Politik auf, Hürden abzubauen.
Die Behörden haben im vergangenen Jahr einen Rekord bei der Genehmigung von Windkraftanlagen erreicht: Deutschlandweit wurden 2.405 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 14.056 Megawatt genehmigt, was laut dem Fachverband VDMA Power Systems einen Höchstwert darstellt. Auch bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur gab es mit 1.890 Anlagen und einer Leistung von 10.996 Megawatt einen neuen Rekord.
Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 85 Prozent. Im Durchschnitt dauert es etwas mehr als zwei Jahre, bis nach der Genehmigung ein Windrad errichtet wird und den ersten Strom ins Netz einspeist.
Dennoch blieb die Zahl der neu installierten Anlagen hinter den Erwartungen zurück, mit 635 neuen Anlagen und einer Gesamtleistung von 3.251 Megawatt. VDMA-Geschäftsführer Dennis Rendschmidt sah dennoch eine Erholung des deutschen Marktes. "Der Windenergieausbau muss ungebremst weitergehen, denn er sichert unsere Energieversorgung, reduziert die Kosten für Strom und schafft Arbeitsplätze", sagte er.
Rendschmidt forderte die neue Bundesregierung auf, die Dynamik zu erhalten und Hürden bei Genehmigungen abzubauen, um den Ausbau zu beschleunigen. Nur so könne die Lücke zwischen den Ausbauzielen und dem tatsächlichen Zubau geschlossen werden.
Im Jahr 2024 wurden nach Branchenangaben fast 112 Milliarden Kilowattstunden Strom mit Windkraft erzeugt. Damit sei die Windenergie an Land mit einem Anteil von mehr als einem Viertel der wichtigste Energieträger der Stromerzeugung in Deutschland gewesen.
Zeit hier 14. Januar 2025 Quelle: dpa Hamburg/Schleswig-Holstein
Erneuerbare Energien: Größter deutscher Offshore-Windpark nahezu fertig
Der Windparkbetreiber Ørsted hat die Bauarbeiten an seinem neuen Offshore-Windpark Riffgrund 3 in der deutschen Nordsee weitgehend abgeschlossen. Die letzte der insgesamt 83 Windkraftanlagen wurde installiert, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte.
Der Windpark rund 72 Kilometer vor der niedersächsischen Küste soll nach seiner Inbetriebnahme Anfang 2026 mit einer Leistung von 913 Megawatt der bislang größte Offshore-Windpark Deutschlands werden. Damit können laut Ørsted umgerechnet rund 900.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.
Noch fehlt laut dem Unternehmen der Anschluss der Windkraftturbinen an die Konverterplattform DolWin epsilon. Diese Plattform will der Übertragungsnetzbetreiber Tennet in diesem Jahr auf See installieren.
«Das Projekt wird nach Inbetriebnahme einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung unserer Industriekunden leisten – in einer Größenordnung, die so nur Windenergie auf dem Meer leisten kann», sagte der Geschäftsführer von Ørsted in Deutschland, Jörg Kubitza, laut einer Mitteilung.
Das Geschäftsmodell basiere auf langfristigen Stromabnahmeverträgen, das so erstmals in Deutschland für Offshore-Wind angewandt werde. Zu den Abnehmern der Windenergie zählen demnach Amazon, BASF, der Werkstoffhersteller Covestro, Rewe und Google.
Windparks werden von Ostfriesland aus überwacht
Ørsted hatte vor rund einem Jahr damit begonnen, die ersten Fundamente für die Windkraftanlagen zu setzen - auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern. Das entspricht einer Fläche mehr als doppelt so groß wie die Insel Borkum.
Die installierten Turbinen stammen von Siemens Gamesa und sind die neuste Generation. Bei den Anlagen mit einer Leistung von je elf Megawatt und einem Rotordurchmesser von 200 Metern handelt es sich laut Ørsted um die größten Windkraftanlagen auf der deutschen Nordsee. Diese wurden parallel auch in einem weiteren Ørsted-Windpark vor Norderney, Gode Wind 3, gebaut.
Ørsted ist einer der weltweit führenden Betreiber von Windparks auf See. Bislang betreibt der dänische Energieversorger vier Windparks in der Deutschen Bucht. Der Betrieb und die Wartung erfolgen aus Emden und Norden-Norddeich in Ostfriesland.
Zuletzt kam der deutsche Ausbau der Windkraft auf See langsam voran. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Deutsche Windguard waren in der ersten Jahreshälfte 2024 in der Nord- und Ostsee 1.602 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 8,9 Gigawatt im Betrieb. Geplant ist, dass bis 2030 weitere 21 Gigawatt an Windenergieleistung auf See installiert werden sollen.
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