Donnerstag, 6. Oktober 2022

Klimaproteste: Klimaaktivisten sind keine Extremisten

 Süddeutsche Zeitung  hier   6. Oktober 2022  Kommentar von Ronen Steinke

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland verteufeln die Aktivisten der Klimabewegung und nehmen sie als Feinde der Demokratie ins Visier. Das ist absurd.

In Deutschland werden neuerdings Menschen als "Verfassungsfeinde" abgestempelt und überwacht, deren politische Ziele erst vor Kurzem von höchster Stelle, vom Bundesverfassungsgericht gepriesen worden sind. Das ist ein Treppenwitz, aber lustig ist er nicht.

Riesiges Potential

Morgenpost hier  06.10.2022  von dpa

Nach einer neuen Studie könnten Lärmschutbauten zukünftig für Phtovoltaik-Module verwendet werden und so einen großen Beitrag im Klimaschutz und der deutschen Stromversorgung leisten.

Photovoltaik-Module auf Lärmschutzbauten entlang der deutschen Autobahnen und Bahngleise könnten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und jährlich bis zu einer Million Tonnen CO2 einsparen. Dieses Potenzial hat eine Analyse ergeben, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) zusammen mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) durchgeführt hat.

Die Lärmschutzeinrichtungen entlang der Bahnstrecken, Autobahnen und Bundesstraßen seien zusammen rund 5800 Kilometer lang, teilte der DWD am Donnerstag in Offenbach mit. 

Auf Basis von Satellitendaten hat der DWD ausgerechnet, dass dort durch nachträglich montierte Photovoltaik-Module jährlich rund 1500 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt werden könnten. Damit könnten rund 450 000 Haushalte ihren jährlichen Stromverbrauch decken.

Lärmschutzwälle entlang der Autobahnen sollen das größte Potenzial bergen. Etwa 80 Kilometer machen Steilwälle aus, also mit Steinen gefüllte Metallgestelle; Lärmschutzwände kommen auf etwa 2500 Kilometer. Bei beiden betrage die für Photovoltaik-Module nutzbare Fläche etwa zehn Prozent.

Das größte Potenzial sollen aber sogenannte Lärmschutzwälle haben, die oft mit Gras bewachsen sind und an Deiche erinnern. Diese Wälle gibt es auf rund 1300 Kilometern entlang der Autobahnen, und sie haben ein jährliches Ertragspotenzial von rund 1200 GWh, wenn 50 Prozent ihrer Fläche mit PV-Anlagen bebaut werden. Die lärm- und betriebstechnischen Eigenschaften der Bauwerke müssten aber erhalten bleiben. Begrünte Lärmschutzbauten seien oft auch naturschutzrechtlich relevant. Diese Einschränkungen seien in den Abschätzungen enthalten.

Energiesysteme im Wandel - Chancen für die Region

 

am 22./23.9.22 hat auf der Mainau eine äußerst interessante Tagung stattgefunden.

Es lohnt sich zu stöbern - die Präsentationen sind eingestellt worde. Es ging um Energie in Form von Solar- und Holzenergie, um Wärmesysteme und konkrete, zukunftsfähige Projekte in Radolfzell, Gutach, Elzach und Häusern

Für mich war das Thema Holzenergie insofern interessant, als dieses momentan doch sehr umstritten ist. 

Tatsächlich grenzten  die Referenten den großen Holzboom auf die nächsten 5-10 Jahre ein, in denen ein Übermaß an Holz aus dem Wald entfernt werden wird. Käferholz und absterbende Nadelhölzer sind dafür verantwortlich. (Klimaverträgliche Baumarten müssen selbstverständlich nachgepflanzt werden)

Danach wird das Holzangebot automatisch sehr stark zurück gehen, was sich auf den Preis auswirken muss. Momentan besteht der Trend, dass bisherige große Kohlekraftwerke umgestellt werden auf Kolzkraftwerke. Doch niemand weiß, welche Mengen dabei von den einzelnen Betreibern eingeplant werden. Vermutlich übersteigt der Bedarf sehr bald die Verfügbarkeit.
Auch viele Wärmenetze werden momentan mit Holz betrieben, es fehlt noch an Alternativen. Doch einmal gebaute Wärmenetze haben einen  großen Vorteil: sie können zeitnah umgebaut werden.

Generell ist Holz schlichtweg zu wertvoll zum Verbrennen, was die Frage nach einer sinnhaften Kaskadennutzung antreibt. Auch das wurde angesprochen.


Fachtagung "Energiesysteme im Wandel - Chancen für die Region" 

Tagung 2022 mit aktuellen Energiethemen zu Erneuerbare Energien in der Region Bodensee 

Hier der Rückblick der Tagung 2022

Flyer der Tagung 2022 (22. und 23. Sept. 2022)

Filmmitschnitte (Youtube) sind auf den Namen des Referenten (fette Schriftart) verlinkt, hinter den Vortragstiteln (kursiv) sind die Präsentationen (pdf) verlinkt

Donnerstag, 22.09.2022

Jürgen DöschnerKlimakrise und Klimaschutz-der gesellschaftliche Diskurs im Laufe der jahrzehnte

Tobias IlgRegionale Energiekonzepte die das Klima retten

Angelique Augensteinblurado. und Klimaschutz in Radolfzell

Dr. Mario HüttenhoferBürgerbeteiligung beim Klimaschutz in Radolfzell

Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian KaiserNachhaltigkeit-Energiewende-Holzenergie

 

Freitag, 23.09.2022

Immanuel SchäferWie die Sektorenkopplung in Kommunen gelingt-Ergebnisse des Interreg Projekts City Storage and Sector Coupling Lab

Markus AdamDie gelebte Energiewende in Gutach i.Br., Energieeffizienz-Substitution-Verzicht

Bene MüllerHäusern, Wärmenetz mit Holz und Sonne

Roland Tibi und Karl WeberMit bürgerschaftlichem Engagement zum Erfolg - das Nahwärmenetz der Stadt Elzach

Bernhard Schumacher (MVV), Wärmewende in der Großstadt

Dr. Tobias WolfingerDie stoffliche Nutzung von Holz und seine Kaskadennutzung - was heißt das in  der Praxis

Rainer BlumHolzfaserdämmstoffe - ein nachhaltiger Beitrag für die klimaorientierte Bauwende

Helmut Schellingeraktuelle Situation am Holzpelletsmarkt

 

Termin der Tagung 2023 ist der 21. und 22. September 2023

Demographie: Putin und das Peak-Power-Syndrom

Sie rollt auch auf uns zu, die Mega-Welle Demographie. Und sie hat das Potential wirklich alles auszubremsen. Nur leider ist sie noch nicht genügend im Bewußtsein verankert  hier und hier.

Nun erschien dieser Bericht, ebenfalls mit dem Hinweis auf die Demographie, dieses Mal in Rußland und auch in China. Und für mich war das ein Aha-Moment, nachdem ich nach langen Monaten des Ukraine-Krieges noch immer darüber gegrübelt hatte: Warum hat Putin gerade jetzt mit dem Krieg begonnen? Das war für mich bisher nicht wirklich nachvollziehbar. 

Ein ganz neuer Blick auf das momentane Kriegs-Geschehen!

Spiegel hier  Eine Kolumne von Henrik Müller  25.09.2022

Demografie: Putin und das Peak-Power-Syndrom

Russland befindet sich im demografischen Niedergang, wie viele andere Länder auf dem Globus. Die Macht schwindet, die Führer fürchten den Abstieg – das macht sie noch gefährlicher.

Wie Klimaschutz zum globalen Grundrecht werden könnte

 Standard  hier Alois Pumhösel   3. Oktober 2022

Justiz und Klima im Wandel

International werden Klimakonflikte zunehmend vor Gericht ausgetragen. Rechtssysteme werden sich künftig weiter anpassen, sind Experten überzeugt

Es klingt, als würde man aus einem Rechtssystem einer utopischen Zukunft zitieren, in der der Klimawandel nicht nur ernst genommen wird, sondern ihm auch auf demokratische und sozial ausgewogene Weise begegnet wird: Da gibt es ein Grundrecht auf Klimaschutz, das von jedem Bürger und jeder Bürgerin einklagbar ist.

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Autos verbrauchen immer mehr Platz im öffentlichen Raum

riffreporter  hier  von   29.09.2022
es lohnt sich den Originaltext mit den hinterlegten Bildern zu lesen - wer kennt nicht diese aussagekräftigen Situationen aus eigener Erfahrung!

Aufräumen am Fahrbahnrand: Wie Städte parkende Autos von der Straße vertreiben

Die Städte sind im Zugzwang: Autos verbrauchen immer mehr Platz im öffentlichen Raum. Maßnahmen, um Platz zu schaffen, gibt es viele

Die Mobilitätswende lässt auf sich warten. Trotz Klimaschutzdebatten, extremen Wetter wie Hitze, Dürre und Extremregen und Dauerstaus auf den Straßen wächst die Zahl der Autos und der gefahrenen Pkw-Kilometer. Anfang Januar 2022 waren bundesweit 48,5 Millionen Pkw zugelassen. Das waren 13 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor. Mit 575 Wagen pro 1000 Einwohner hatte der Autobesitz im Sommer 2021 bereits einen neuen Höchstwert erreicht. 

Die langjährige Taktik des Verkehrsministeriums und vieler Kommunen, Autofahrerïnnen mit Anreizen zum Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel zu bewegen, ist fehlgeschlagen. 
Politik, Stadt – und Verkehrsplaner brauchen neue Strategien, wenn sie klimaresiliente Städte wollen mit mehr Rad- und Fußverkehr.

Mobilitätsexpertïnnen und der Deutsche Städtetag sind sich einig: Der Autobesitz und die Zahl der Pendlerfahrzeuge in den Städten müssen drastisch sinken.
2018 hatte das Umweltbundesamt für die „Stadt von Morgen“ maximal 150 zugelassene Pkw pro 1000 Einwohner als Zielwert genannt
. Diese Vision ist nur in einer Stadt der kurzen Wege umsetzbar. „Wir müssen unsere Städte umbauen und unser Mobilitätsverhalten verändern, um das zu schaffen“, sagt der niederländische Mobilitätsexperte Bernhard Ensink vom Beratungsunternehmen Mobycon

Ein Angebot von Prof. Ertel

Ab heute 5.10.22 bis Ende Januar, 

immer Mittwochs um 16 Uhr

 im Raum V010 der Hochschule Ravensburg-Weingarten
(Ecke Lazarettstraße/Doggenriedstraße), 

werde ich meine Vorlesung "Einführung in die Nachhaltigkeit" für alle Bürger öffnen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Basierend auf wissenschaftlichen Fakten stelle ich Modelle für Nachhaltigkeit und Klimaneutralität in Wirtschaft und Gesellschaft vor. 

Nähere Informationen auf hs-weingarten.de/~ertel


www.hs-weingarten.de

Prof. Dr. Wolfgang Ertel 

Daisendorf –Auf dem Weg zum Energiespardorf

 04.10.2022  |  VON HARTMUT FERENSCHILD  hier

Auf dem Weg zum Energiespardorf

Mit einem Bekenntnis hat Bürgermeisterin Jacqueline Alberti bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Einblick in ihre subjektiven Motive in Sachen Energieeinsparung gegeben: 

„Ich will von Putin kein Gas kaufen, ich habe die Heizungstemperatur in meinem Büro heruntergedreht!“ 

Objektiv ging es im Ratssaal um eine Energieperspektive für die Gemeinde insgesamt. Dazu hatte eine seit vielen Jahren ehrenamtlich tätige Gruppe von Bürgern im Zusammenwirken mit der Verwaltung ein detailliertes Konzept zur Einsparung von Strom und Erdgas vorgelegt. Der Fokus lag hier auf den gemeindeeigenen Gebäuden, also Rathaus, Bauhof, Feuerwehr und Kinderhaus. 

Zu jedem Gebäude hatte die Gruppe über acht Jahre hinweg die jährlichen Verbräuche ermittelt und Vorschläge zur Verbesserung entwickelt. Der Rat bekannte sich einstimmig zu diesem Energiemanagementkonzept und befürwortete die Maßnahmen.

Anschlusszwang ans Wärmnetz im Südwesten

Ganz so heiß wird die Sache wohl nicht gegessen, denn die Kommunen sind sehr vorsichtig beim Festlegen eines Zwangs. Andererseits hört man aus Kommunen mit bestehenden Wärmenetzen, dass die Anschluss -Willigen schon fast "Schlange stehen" seit die Energiekrise uns erreicht hat.
Die Vorteile liegen auf der Hand: man muss sich nicht selbst darum kümmern, bekommt die Wärme frei Haus geliefert, man kann den Heizungsraum für Alternativen umnutzen und im Normalfall ist die Wärme dann auch noch klimaschonender als die bisherige Heizung.

Schwäbische Zeitung hier  04.10.2022   Philip Hertle / Crossmedia-Volontär

Was jetzt auf Hauseigentümer zukommt

Kommunen können Hauseigentümer künftig verpflichten, sich an ein Wärmenetz anschließen zu lassen. Das ist ein Punkt des neuen Klimaschutzgesetzes, auf das sich sich Grüne und CDU geeinigt hatten. Bislang war ein Anschluss- und Benutzungszwang nur in Neubaugebieten möglich – künftig kann er auch für bestehende Gebäude beschlossen werden. Das Vorhaben soll die Energiewende im Land voranbringen. Denn ab 2040 soll in Baden-Württemberg nur noch so viel Treibhausgas ausgestoßen werden, wie auch wieder gebunden werden kann. Daran hält die Koalition trotz der Energiekrise fest.

In Trockenzeiten ein heißes Thema

 04.10.2022  |  VON STEFAN HILSER STEFAN.HILSER@SUEDKURIER.DE  hier

Beim Thema Wasser ist Herbert Dreiseitl in seinem Element. Der Professor aus Überlingen warnt davor, Quellen im Hinterland versiegen zu lassen und nur Seewasser zu trinken. Das Thema werde kontrovers diskutiert, nur nicht öffentlich. „Es darf uns nicht passieren, dass ohne Kenntnis der Öffentlichkeit Entscheidungen gefällt werden, bei denen man hinterher sagt: Wie konntet ihr nur.“

FRIEDRICHSHAFEN: Solarfassade oder Grün?

 FRIEDRICHSHAFEN: Investoren wollen Solarfassade bauen  hier

Im Edeka-Markt am Romanshorner Platz soll im ersten Geschoss ein Outlet für 13 Bekleidungsgeschäfte entstehen. Die Investoren um Projektleiter Helmut Mayer wollen an der Fassade des Baus eine Solaranlage errichten. Dem scheint allerdings die städtische Begrünungssatzung entgegenzustehen, die seit Februar gilt. Demnach müsste das Gebäude mit Pflanzen ausgestattet werden. Bislang wurde der Disput noch nicht geklärt. 

Dienstag, 4. Oktober 2022

Wertvolle Streuobstwiesen

16.05.2019 ∙ odysso - Wissen im SWR ∙ SWR



Viele Streuobstwiesen liegen brach, weil sie schwer zu bewirtschaften sind. Damit gehen nicht nur Obstbaum-Raritäten verloren, sondern auch ein wertvoller Lebensraum. Denn in Streuobstwiesen hat man mehr als 5.000 verschiedene Arten gezählt.

Lärmschutzwall soll Ökostrom liefern: Neues Großprojekt soll an der B33 entstehen

 Südkurier von Thomas Zoch  hier

Die Gemeinde Allensbach plant eine große Photovoltaikanlage an der Bundesstraße 33. Das soll dem Klima und dem Haushalt nutzen. Doch die Kostenberechnung steht noch unter Vorbehalt – denn der Markt ist angespannt.

Der viele Verkehr auf der Bundesstraße 33 produziert Abgase und ist schlecht für die Umwelt. Passenderweise genau dort plant die Gemeinde Allensbach nun ihre bisher größte Maßnahme für den Klimaschutz und will damit Pionierarbeit leisten. Auf einem etwa 1,7 Kilometer langen Lärmschutzwall südlich der vierspurigen Straße im Westen des Orts soll eine Photovoltaikanlage (PV) mit einer Fläche von rund 1,55 Hektar Platz finden. Das wäre die maximale Nutzung. Bürgermeister Stefan Friedrich sagte dazu in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats: „Das ist ein sehr großer Meilenstein.“

Lärmschutz und Ökostrom

Von einem Solartunnel über der A81 bei Engen war bereits als Zukunftsprojekt die Rede, nun will die Gemeinde Allensbach den Lärmschutz an einem Straßenabschnitt der B33 als Träger für Energiegewinnung nutzen. Nach Vorgesprächen mit den zuständigen Behörden sei dieses genehmigungsfähig, erklärte der Bürgermeister.

Die Idee dazu hatte die Lokale-Agenda-Gruppe Energie, Ressourcen, Klimaschutz aus der Gemeinde. Wolfgang Zoll und Gemeinderäte dankten für den Vorstoß und das Votum für die Planung fiel einstimmig aus. Auch, um den im vergangenen Jahr gefassten Klimaplan zu untermauern. Ein Vorhaben darin lautet, dass die Gemeinde aktiv Flächen für PV-Anlagen suchen soll.

Deutschland schlägt Europäische Plattform für Transformationstechnologien vor

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

am vergangenen Donnerstag, den 29.9.2022, habe ich im Namen Deutschlands beim Rat für Wettbewerbsfähigkeit der EU in Brüssel eine industriepolitische Initiative zur Stärkung strategischer Technologiefelder für die Transformation vorgestellt. Die Plattform für Transformationstechnologien soll eine Allianz von Politik, Industrie und Forschung schaffen. EU-Kommissar Thierry Breton sowie zahlreiche Mitgliedsstaaten haben positiv auf die Initiative reagiert. Breton hat nun auch schriftlich angekündigt, zügig entsprechend aktiv zu  werden.

Ziel und Besonderheit der Initiative ist, die industriellen Produktionskapazitäten der EU bei fünf strategisch wichtigen Technologien auszubauen und zu fördern. Dabei geht es um die fünf zentralen Transformationstechnologien (1) Windkraft, (2) Photovoltaik, (3) Elektrolyseure, (4) Stromnetze und Kabel sowie (5) Wärmepumpen - große wie kleine

Brasilien hat gewählt - Was bedeutet das für den Amazonas

Brasilien hat gewählt - Kommt am Mittwoch ins Europe Calling und erfahrt, was das für den Amazonas-Regenwald bedeutet!

Gleich hier anmelden!

Liebe Freund:innen, liebe Interessierte!

Am vergangenen Sonntag, den 2.10. hat Brasilien gewählt. Dabei haben der amtierende rechtspolitische Präsident Jair Bolsonaro und seine Verbündeten auf Bundes- und Landesebene besser abgeschnitten als erwartet. Vor den Stichwahlen um das Präsidentenamt am 30.10.2022 liegt der Herausforderer, der sozialdemokratische Ex-Präsident Luiz Inácio „Lula", nur knapp in Führung. Diese Wahl ist für den Amazonas-Regenwald eine Schicksalswahl.

Die Abholzung des Amazonas war unter Präsident Bolsonaro auf Rekordniveau.

Die tägliche Zerstörung des Regenwaldes, der Heimat von Millionen von Menschen und Tieren und der grünen Lunge unseres Planeten, geht Hand in Hand mit zahlreichen Menschenrechtsverletzungen. Insbesondere auch Verletzungen der Rechte indigener Völker.

Doch nicht nur die Politik in Brasilien, sondern auch unser Konsum in Europa treibt die Abholzung im Amazonasgebiet voran.

"Stummer Frühling 2.0"

 60 Jahre nach Rachel Carsons Buch „The silent spring“

https://www.mitwelt.org/der-stumme-fruehling-2.0-ddt-rachel-carson-vogelsterben-artensterben

Vor 60 Jahren, im Spätherbst 1962, wurde in den USA das Buch von Rachel Carson „The silent spring / Der stumme Frühling“ veröffentlicht. Obwohl es weltweit noch keine starke Umweltbewegung gab und die damalige Naturschutzbewegung eher defensiv und konservativ war, wurde es 1962 das meistgelesene Buch in den USA. Die Wissenschaftsjournalistin Rachel Carson zeigte, welche Folgen der Einsatz des Insektenvernichtungsmittels DDT auf die Umwelt hat. Es war ein Weckruf für eine global erwachende Bewegung.

Drastisch und berührend schrieb sie: „Es war einmal eine Stadt im Herzen Amerikas, in der alle Geschöpfe in Harmonie mit ihrer Umwelt zu leben schienen. (…) Die Gegend war berühmt wegen ihrer an Zahl und Arten so reichen Vogelwelt.“
„Dann tauchte überall in der Gegend eine seltsame schleierhafte Seuche auf, und unter ihrem Pesthauch begann sich alles zu verwandeln. (…) Rätselhafte Krankheiten rafften die Kükenscharen dahin, Rinder und Schafe wurden siech und verendeten. Es herrschte eine ungewöhnliche Stille.“

Montag, 3. Oktober 2022

Wer finanziert den Krieg?

Putins Schwäche wird nun gnadenlos ausgenutzt

Von Wladimir Kaminer  22.09.2022 - nur ein kurzer Ausschnitt aus t-online hier

.... Das in Finnland ansässige Centre for Research of Energy hat neue Zahlen veröffentlicht. In den sieben Kriegsmonaten hat Moskau für 158 Milliarden Euro Öl, Gas und Kohle verkauft – und für den Krieg gegen die Ukraine bisher nur 96 Milliarden ausgegeben. Der Westen bleibt nach wie vor der Hauptabnehmer der russischen Energieressourcen und hat damit den Krieg gegen sich selbst zu 100 Prozent finanziert.

Doch spätestens im Dezember wird der Geldfluss deutlich reduziert sein, was die weitere Kriegsführung erschwert. Die Aufgabe ist knifflig. Wie stellt man eine Armee zusammen, ohne die gesamte Bevölkerung zu fassen? Teilmobilmachung ist nur ein Weg.

Ganz egal, was es kostet: Plädoyer für eine bessere Bodenseegürtelbahn

Bodenseekreis hier von Stefan Hilser im Südkurier

Eigentlich wollte die Bahn im September die Kosten für eine Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn ermitteln. Sie liegen noch nicht vor, sind aber eh unwichtig. Denn am Geld darf eine bessere Bahn nicht scheitern.

....Die Bahn firmiert als Aktiengesellschaft. Das hört sich modern an. In Wahrheit handelt es sich um einen Staatsbetrieb, der so behäbig ist wie eine Dampflock. Das jedenfalls zeigt sich auf der Bodenseegürtelbahn wie unter einem Brennglas.

Acht Personen stellen im Dauerbetrieb die Weichen

....Das kostet Geld. Und vor allem Zeit. Die Zeit der am Bahnsteig wartenden Kunden. Im Laufe eines Tages türmen sich die üblichen Verspätungen zu Folge-Folge-Folge-Verspätungen auf. Wer auf bahn.de den Fahrplan checkt und die Liste an Verspätungen verfolgt, der sieht, dass oftmals die nächtliche Betriebspause nötig ist, um alles wieder auf Reset, auf den Anfangszustand, zu stellen.

Strom, Stellwerktechnik und teilweise zweigleisig

Mit einer Elektrifizierung könnte der alte Krempel komplett in den Bodensee geschoben werden. Die für die Planung zuständige DB Netz AG, so die Erwartung des Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn, plant nicht nur eine Stromführung. Sondern auch das zweite Gleis auf bestimmten Abschnitten. Und hoffentlich eine moderne Stellwerktechnik, die elektronisch gesteuert werden kann.

Die Vorteile und Gründe für eine Modernisierung liegen auf der Hand: Die Züge fahren schneller, pünktlicher und umweltfreundlicher. Die Elektroloks beschleunigen schneller, beim Bremsen speichern sie Energie statt mit Bremsklötzen heiße Luft zu produzieren. Begegnungsverkehr zwischen Zügen findet flüssiger statt. Ein Rund-um-den-Bodensee-Verkehr über das Eisenbahn-Traumland Schweiz wäre planbar.

Jetzt werden die Weichen für die Ewigkeit gestellt

Die Südbahn, also der Abschnitt zwischen Friedrichshafen und Ulm, wurde vor über 100 Jahren zweigleisig ausgebaut. Seit 2021 Jahr fahren dort Elektrozüge. Noch einmal 100 Jahre warten, kann die Bodenseegürtelbahn nicht, weil sie sonst vom Rest des Bahnnetzes abgehängt würde.

Der Bodensee ist mittlerweile von zeitgemäßen Zügen umzingelt und versinkt selbst in einem Dieselloch – und das bei einer mit Autos verstopften Bundesstraße.

...Technische Schwierigkeiten bei der Elektrifizierung sind eine Ausrede, die Gegner gerne vorbringen....Die Schwarzwaldbahn, also auch der tunnelreiche Abschnitt zwischen St. Georgen und Hornberg, wurde in den 60er Jahren elektrifiziert. Das war technisch kein Problem. Man setzte in den Tunneln die Gleise einfach tiefer, was Platz über den Zügen schuf.

Finanzielle Gründe zählen nicht, wenn man bedenkt, wie viel Geld dieses Land für den Straßenbau ausgibt. Außerdem könnte man enorm Personalkosten einsparen, wenn man bedenkt, wie viel man hier telefoniert und kurbelt.

Sonntag, 2. Oktober 2022

Kressbronn mit einem Bsp. moderner Sektorenkopplung

 Baugebiet Bachtobel - Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz

in einem kleinen Video erklärt  hier

Die Gemeinde Kressbronn a. B. realisiert für das neue Baugebiet Bachtobel ein kaltes Energie- und Nahwärmenetz. In einer Verbindung aus Geothermie und Photovoltaik wird eine klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung für das Quartier geschaffen.

Freitag, 30. September 2022

„Wir sind keine Neinsager!“

 27.09.2022  |  VON FABIANE WIELAND FABIANE.WIELAND@SUEDKURIER.DE  hier

Seit einigen Wochen säumen Schilder die Hagnauer Ortsdurchfahrt und werben um Unterstützung. Das Bündnis Pro B 31-neu, in dem Verkehrsinitiativen aus Hagnau, Stetten und Immenstaad vertreten sind, möchte eigenen Angaben zufolge die Planungen für die Bundesstraße zwischen Immenstaad und Meersburg vorantreiben, eine Reduzierung des Vorhabens oder gar ein Scheitern unbedingt verhindern.

Die Befürchtung: Das Projekt könnte in den politischen Krisen untergehen. Zudem würde der Planungsprozess durch die Interventionen von Gegnern aufgebauscht. Hierbei nennt das Bündnis etwa den baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, den Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Hahn, aber auch „die Aktivisten der Umweltverbände BUND, Nabu, VCD und ADFC“. Angesichts „der Gegnerschaft mit ihrer starken Vernetzung untereinander“ sehe man die Planungen gefährdet.

Andere Lösungen im Blick

„Wir sind keine Neinsager und Verhinderer“, weist Fritz Käser, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Verkehrsplanung Ittendorf, den Vorwurf zurück. Man sehe die aktuellen Verkehrsprobleme auf der Bundesstraße und in der Region durchaus. Umweltverbände, Verkehrsclubs, Initiativen und Politiker, die sich für den Ausbau der bestehenden Trasse statt des geplanten Neubaus aussprechen und einen deutlich geringeren Straßenquerschnitt als die geplanten 28 Meter fordern, seien keine Gegner des B-31-Projekts, sie haben vielmehr eine andere Lösung für das Verkehrsproblem zwischen Meersburg und Immenstaad, betont Käser.

Wohin steuert die Klimabewegung?

ZDF  hier  26.09.2022  von Thomas Hauer

Protestverschärfung

Fridays for Future war gestern. Pandemie und Ukraine-Krieg scheinen der Klimabewegung den Wind aus den Segeln genommen zu haben. Nun fordern andere Gruppen eine Radikalisierung.

Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer hatte bereits auf Instagram mit einer Bemerkung über Ökoterrorismus für Irritation gesorgt:

Natürlich denken wir darüber nach, wie man die längste Rohöl-Pipeline der Welt in die Luft jagen könnte.

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer

Sie erklärte es hinterher als Witz, bezogen auf das Buch "How to Blow Up a Pipeline", des schwedischen Humanökologen Andreas Malm. Er gilt als Vordenker der "Extinction Rebellion", des radikalen Flügels der Klimabewegung. Für Malm ist das alles kein Witz. Er fordert Protestverschärfung auf Grund des globalen Klimanotstandes. "Kämpfen lernen in einer Welt in Flammen", so der Untertitel seines Buches. 

21st Century Man

Auch das muss einmal gesagt werden: hier ist ein Politiker, der ein enormes Arbeitspensum zur Bewältigung unserer Vielfachkrisen bewältigt und der trotzdem so einiges weg stecken muss.

TAZ FutureZwei  hier  Udo Knapp 27.9.22

Betr.: Habeck

:

Im Sturm von Zweiflern, Blockierern und stimmungsgetriebenen Medien baut Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck um, sorgt vor und keilt zurück.

PILOTPROJEKT im Hegau: Deutschland testet Photovoltaik-Dach über Autobahnen

Standard hier  Julia Beirer  29. September 2022

Der Strom könnte die Infrastruktur selbst versorgen oder ins Netz eingespielt werden. Auch in Österreich experimentiert man mit PV-Modulen als Lärmschutzwände

Die Ausfahrt der "Rastanlage im Hegau" auf der A81 nahe der Stadt Engen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist wie jede andere Autobahnausfahrt auch. Pkw-Fahrer und Lkw-Lenkerinnen müssen das Tempo auf diesem Streckenabschnitt reduzieren. Danach finden sie einen Parkplatz und eine Toilette, können einen Kaffee trinken oder ein Sandwich essen und sich die Füße vertreten. Kein besonderer Ort also, und trotzdem könnte genau diese Ausfahrt die Abzweigung in die Richtung erneuerbarer Energie weisen.

In wenigen Monaten soll hier nämlich eine Überdachung mit Solarpaneelen über den fließenden Verkehr ragen. PV-Süd heißt das Pilotprojekt, das Manfred Haider vom Austrian Institute of Technology (AIT) leitet. Die Baugenehmigung sei fast durch.

Amtsrichterin wirft Staatsanwaltschaft konstruierte Anklage vor

Pressemitteilung vom 29.09.2022

Heute, Donnerstag, den 29.09.2022 wurde am Amtsgericht Ravensburg die Aktivistin Charlie Kiehne freigesprochen. Vorgeworfen wurde ihr ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz im Zuge der dezentralen Baumbesetzungen von Januar 2022 und Dezember 2021. Die Richterin machte eine klare Ansage an die Staatsanwaltschaft.

„Manchmal hat man schon das Gefühl, dass die Staatsanwaltschaft sich besonders viel Mühe gibt, Straftaten bei den Aktionen der Aktivist*innen zu finden", so Richterin Dr. Schneider.

Das werfen die Aktivist*innen bereits seit Anfang der Gerichtsprozesse rund um den Klimaaktivismus in Ravensburg der Staatsanwaltschaft vor. Die Richterin bezeichnete in ihrer Urteilsbegründung die Anklage der Staatsanwaltschaft als konstruiert.

„Hier werden von der Staatsanwaltschaft an allen Ecken und Enden Straftaten konstruiert, und zwar bei allen Aktionen. Meist geben wir uns besonders Mühe keine Straftaten zu begehen und informieren uns zuvor auch bei unseren Anwält*innen. Trotzdem zerrt uns die Staatsanwaltschaft und insbesondere der Erste Staatsanwalt Peter  Spieler immer wieder aufs Neue vor Gericht.“ so Charlie Kiehne (20).

Die Hauptverhandlung dauerte lediglich eine Stunde, da Charlie Kiehne den Sachverhalt ausführlich schilderte. Deshalb mussten danach keine Zeugen vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Freispruch, da sie ein unvermeidbares Verbotsirrtum sah und auch die Öffentlichkeit der Versammlung nicht gegeben war. Dieser Argumentation schloss sich auch die Verteidigung an. Die Richterin folgte dem Plädoyer der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft und sprach Charlie Kiehne frei.

"Es ist wichtig, dass wir mit unserem Aktivismus der Ravensburger Stadtpolitik auf die Füße treten, denn ihr Untätigsein ist einfach nur verantwortungslos. Der Freispruch heute zeigt, dass es keinesfalls eine Straftat ist, politisch unbequem zu sein", so Samuel Bosch (19).

 

Überlingen: 864 Kollektoren fangen Sonne für Wärme ein

 29.09.2022  Südkurier hier

Am Schättlisberg in Überlingen ist in den zurückliegenden Monaten eine Solarthermieanlage errichtet worden. Das Solarfeld zählt 864 Kollektoren mit jeweils etwa fünf Quadratmetern Fläche. Deren Wärme wird zunächst an drei Wasserspeicher abgegeben, bevor damit die Haushalte im Stadtquartier am Schättlisberg, das Helios-Spital und das Salem Kolleg mit Wärme aus warmem Wasser versorgt werden. Die Tanks fassen insgesamt 270 000 Liter Wasser, das Solarfeld ist 4300 Quadratmeter groß. 

Bauherr des Projekts ist das Stadtwerk am See, das in die Gesamtanlage 3,1 Millionen Euro investiert. Neben der Solarthermieanlage sorgt bereits eine Hackschnitzelheizung, betrieben mit Holz aus der Region, für Wärme. An besonders kalten Tagen komme zusätzlich Erdgas zum Einsatz, wie das Stadtwerk schreibt. Bis Ende des Jahres soll die Anlage nach Angaben des Stadtwerks am See komplett fertiggestellt sein.        

Donnerstag, 29. September 2022

Parking Day in Friedrichshafen: Festmeile für nachhaltige Mobilität

 18.09.2022  |  VON CORINNA RAUPACH FRIEDRICHSHAFEN.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

Statt Parkplätzen gibt es Infostände, Verkaufstische oder einen Bobbycar-Parcours: Am „Park(ing) Day“ hat sich die Charlottenstraße am Sonntag in eine Festmeile verwandelt. Der Platz vor der Markthalle ist zum Biergarten mit Livemusik geworden. Es gehe um Nachhaltigkeit, aber auch um Lebensgefühl, sagt Bürgermeister Andreas Köster zur Eröffnung: „Für die Energiewende ist der Parking Day ein kleiner Baustein. Wir brauchen viele solcher Steine. Wir müssen aber auch als Gesellschaft zusammenhalten.

Anschließend ehrt er die Sieger beim Stadtradeln, das vom 16. Juni bis 8. Juli stattfand: Gruppensieger ist das Graf-Zeppelin-Gymnasium. 396 Teilnehmer radelten zusammen 58.319 Kilometer. Teamkapitänin Nele Onnen nutzt die Gelegenheit, für eine Fahrraddemo am kommenden Freitag zu werben: „Ich hoffe, da kommen noch mehr Leute.“

Auf den zweiten Platz sind die 41 Mitglieder des Radsportvereins (RSV) Seerose mit 26.500 Kilometern gefahren, gefolgt vom Karl-Maybach-Gymnasium mit 114 Radelnden und 23.205 Kilometern. ....

Lastenrad zum Ausleihen

..Viele Aussteller stellen umweltfreundliche Mobilität in den Mittelpunkt: Bei Tante Emma’s Bruder wird das Lastenrad gezeigt, das dort verliehen wird. „Wir vermieten das Rad jeweils für einen halben Tag, das ist unser Beitrag zur Energiewende“, sagt Inhaber Bernd Köhler.

Das Karlsruher Institut für Technologie stellt den selbstfahrenden Bus vor, der in Friedrichshafen getestet werden soll. „Damit könnte öffentlicher Personennahverkehr auch in ländlichen Gebieten angeboten werden, weil es ohne Personal günstiger ist“, erklärt Yarin Gora. .....

Aktionswoche bis 22. September

Die Stadt Friedrichshafen beteiligt sich zum ersten Mal an der Europäischen Mobilitätswoche. Verschiedene Angebote sollen dabei zur Nutzung nachhaltiger Mobilitätsformen animieren....

Autofrei und lebenswert: von der UNO zur lebenswertesten Stadt Europas gekürt

 Mobilität  hier  Von Carlos Marlasca  & Sabine Sans

Autofrei und lebenswert: die nordspanische Stadt Pontevedra
Copyright  euronews

"Ich habe hier alles ganz in der Nähe, das Gesundheitszentrum ist fast hinter meinem Haus, das Krankenhaus ist auch ganz in der Nähe", erklärt die Madrileña. "Es gibt mehrere Supermärkte, sogar in meinem Gebäude, es gibt also nichts Wichtiges, das weit weg ist."

Das Stadtmodell wirkte sich auch auf die lokalen Unternehmen wie Geschäfte und Restaurants aus: Ihre Zahl ist um 7 % gestiegen. Neue Konzepte entstanden: Ein Sportgeschäft wurde zum Treffpunkt für Läufer und Radfahrer.

"Die Leute gehen zu Fuß und schlendern durch die Stadt", erzählt Victor Riobó, der Inhaber des Miler Vintage Running Club von seinen Erfahrungen. "Das ist für die lokalen Geschäfte viel vorteilhafter, sie machen viel mehr Umsatz und sind sichtbarer."

Der Wandel begann 1999, als Erstes wurde die Altstadt zur Fußgängerzone. Es wurde eine klare Strategie verfolgt, damit der Wandel positiv aufgenommen wurde, erzählt César Mosquera, Stadtrat und Förderer der Fußgängerzone in Pontevedra: "Jede Stadt hat ihre Hauptgeschäftsstraße, eine Arterie, die ihren Charakter bestimmt. Wenn man sie zur Fußgängerzone macht oder sie fußgängerfreundlich gestaltet, vermittelt man das Bild, dass es modern, cool und aktuell ist, den Autoverkehr einzuschränken." 

Straßenplan mit Zeitangaben

Die Stadtverwaltung hat den Stadtplan "Metrominuto" herausgegeben: Eine Karte, die die Gehzeiten zwischen verschiedenen Punkten angibt.

"Sie ermutigt dazu, die Altstadt einer Stadt wie Pontevedra zu Fuß zu entdecken, durch die Straßen zu schlendern", sagt der Tourist  Anxo Patiño. 

Autos im Stadtzentrum dürfen nicht schneller als 10 Kilometer pro Stunde fahren, die Zufahrt ist nur für einen kurzen Zeitraum gestattet. Das hat positive Auswirkungen: Seit über einem Jahrzehnt ist kein Fußgänger mehr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. 

Sicherheit bei Nacht

Die Stadtverwaltung hat auch die Straßen bei Nacht sicherer gemacht. Die Beleuchtung wurde den Bedürfnissen angepasst: Dunkle Stellen wurden erleuchtet und Fußgänger haben in Bereichen mit Autos maximale Sichtbarkeit. Die Lichter passen sich auch dem menschlichen Rhythmus an: Sie sind in den ersten Stunden der Dunkelheit, wenn noch Aktivität herrscht, heller und wechseln dann die Farbe.

Der geschäftsführende Vorsitzende von Setga Ángel González meint: "In der Nacht wird die Beleuchtung zu einem angenehmen, friedlichen Licht, es gibt keine Lichtverschmutzung, sie lädt uns zur Ruhe, Gelassenheit, Stille und zum Schlaf ein."

2014 wurde Pontevedra von der UNO zur lebenswertesten Stadt Europas gekürt.
Das Ziel des Stadtrats ist es aktuell, die Fußgängerzone zu erweitern.

Ittendorf: Photovoltaik an der Lärmschutzwand?

 27.09.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE  hier

Kaum etwas ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden kann. Das hat sich nun neuerlich bestätigt: beim Vorschlag, den Johann Senner vom Stadt- und Umweltplanungsbüro Planstatt Senner für eine Lärmschutzwand gemacht hat. Sie soll den Geräuschpegel auf dem geplanten neuen Ittendorfer Dorfplatz senken, der andernfalls von der B-33-Ortsdurchfahrt her kommt. Auf der Fläche neben dem Bürgerhaus wünschen sich die Ittendorfer einen Ort der Begegnung.

Dem Ortschaftsrat haben Senners Pläne für den neuen Dorfplatz sehr gut gefallen. Das Konzept wurde einstimmig angenommen. Die Lärmschutzwand, ebenso wie die auf ihrer Rückseite zum geplanten Dorfplatz hin zu installierende Pergola. Auch die von Senner vorgeschlagene künftige Kulturscheune fand Zustimmung. Vom Büro wurde angeregt, die schon vorhandene Scheune umzubauen, jedoch weiter nach Westen zu verschieben. Derzeit steht sie noch dort, wo in Zukunft Platz für Menschen sein soll.

Es war Dietmar Bitzenhofer, Fraktionschef der Freien Wähler, dem die Idee gekommen ist. Als Senner sein Konzept für den Dorfplatz im Gemeinderat präsentierte, regte Bitzenhofer an, „man könnte doch eine Photovoltaikanlage auf der Pergola anbringen“. Die würde dann Strom liefern für die Kulturscheune. Vor allem aber hätte die PV-Anlage eine schattenspendende Wirkung. Senner begrüßte den Vorschlag und versprach, die Machbarkeit zu prüfen.....

Russische Hacker fälschen deutsche Websites

 28.09.2022  hier  im Südkurier

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat ein russisches Netzwerk ausgehoben, das unter anderem durch Fälschungen deutscher Nachrichtenportale Desinformation zum Ukraine-Krieg verbreitete. Die im Mai gestartete Desinformationskampagne habe vor allem auf Deutschland, aber auch auf Frankreich, Italien, Großbritannien und die Ukraine abgezielt, hieß es. Es sei „der größte und komplexeste aus Russland stammende Einsatz, den wir seit Beginn des Krieges in der Ukraine gekappt haben“. Im Zentrum der Kampagne standen laut Meta rund 60 Websites, die die Online-Auftritte bekannter Medien wie „Spiegel“ und „Bild“ oder den britischen „Guardian“ imitierten. Das russische Netzwerk veröffentlichte Artikel, die die Ukraine kritisierten, sich negativ über ukrainische Flüchtlinge äußerten, für Russland warben und warnten, die westlichen Sanktionen gegen Russland würden letztlich dem Westen schaden.

Diese Artikel wurden dann auf Online-Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube, Telegram und Twitter sowie auf Petitions-Plattformen verbreitet. Meta-Manager David Agranovich sprach von einer „ungewöhnlichen Mischung aus Raffinesse und roher Gewalt“ bei der Desinformationskampagne.

Meta nahm seine Untersuchung auf, nachdem die Nachrichtenseite „t-online“ Ende August über die gefälschten Websites berichtet hatte. Meta blockierte nach eigenen Angaben auf Facebook 1633 Konten, 703 Seiten und eine Gruppe sowie 29 Accounts auf Instagram.

Meta machte auch ein Netzwerk aus China öffentlich, mit dem die US-Kongresswahl im November beeinflusst werden sollte. Dabei wurden auf gefälschten Accounts auf Facebook, Instagram und Twitter Beiträge zu besonders umstrittenen Themen veröffentlicht, wie Abtreibungen oder das Waffenrecht. Das Netzwerk sei zwar „klein“ gewesen, sagte Meta-Manager Ben Nimmo. Es sei aber das erste aufgedeckte chinesische Netzwerk, das sich vor der Kongresswahl auf die US-Politik konzentriert habe. Unklar ist , ob die chinesische Regierung hinter der Kampagne stand. Sie kam laut Meta aber eindeutig aus China. (dpa) 

Mittwoch, 28. September 2022

E-Mobility Forum auf der Mainau

Anmeldung und weitere Infos zur Veranstaltung:  www.emobil-kreiskonstanz.de

Teilnahme auch online via Live-Streaming möglich


 

In Österreich wird über das heikle Flächenthema diskutiert. Bei uns traut sich noch keiner, dieses wichtige Thema wirklich anzugehen.

 DER STANDARD - Klimaklartext <klimaklartext@email.derstandard.at>   hier

ein "Irrtum der Geschichte" sei es, dass Gemeinden über die Flächenwidmung in Österreich entscheiden, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) vergangene Woche im STANDARD-Interview. Damit sprach er aus, was  viele Bodenexpertinnen und -experten schon seit Jahren kritisieren: Die schwierige Entscheidung, was mit dem knappen Gut Fläche passieren soll, ist bei den Gemeinden nicht gut aufgehoben.

Den Bürgermeistern schmeckt die Idee des Sozialministers, die Gemeinden in dieser Sache zu entmachten, naturgemäß gar nicht. Man würde selbst wissen, "was ins Ortsbild passt", heißt es etwa vom Gemeindebundpräsidenten Alfred Riedl (ÖVP). Rauch habe eine Debatte losgetreten, "die er nicht gewinnen wird."

In der Salzburger Gemeinde Adnet entlädt sich der Streit um den Boden gerade nicht im Grundsätzlichen, sondern sehr konkret: Dort will ein Jalousienhersteller sein Betriebsgelände erweitern. Für den Bürgermeister geht es vor allem um 700 neue Arbeitsplätze und Investitionen in Höhe von 120 Millionen Euro, für eine Bürgerinitiative um sechs Hektar Ackerland, die verlorengehen. Wie der Streit nun zu eskalieren droht, lesen Sie hier.

Vergangenen Freitag wurde wieder demonstriert: Der weltweite Klimastreik trieb auch in Österreich, laut Angaben der Veranstalter, 20.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten Klimaschutz und eine "Energiewende für alle". Vertreter von Fridays for Future forderten außerdem eine Energiegrundsicherung, über die allen Menschen eine bestimmte Menge an Energie kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll.

Während die Klimastreiks nur zweimal im Jahr stattfinden, ist im Podcast-Feed von Edition Zukunft alle zwei Wochen Klimafreitag - da erscheint nämlich immer die aktuelle Folge "Klimafragen". In der aktuellen Episode sprechen wir über eine umstrittene Lösung auf die Klimakrise: Carbon Capture and Storage (CCS). Kürzlich sorgte ja Norwegen mit seiner Ankündigung für Aufsehen, das gesamte in Europa produzierte CO2 unter der Erde sicher "entsorgen" zu wollen. Wie das funktioniert, wie viel es kostet und ob sich damit viele Klimawandelprobleme im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflösen, erklärt Tobias Pröll von der Boku im Podcast. Wenn Sie uns lieber auf Spotify hören (und abonnieren!) wollen, haben wir ebenfalls einen Link für Sie. Danke!

Gute Lektüre wünscht Ihnen
Philip Pramer

Die Genehmigung für den umstrittenen Regionalplan zieht sich hin

Schwäbische Zeitung hier  Von Philipp Richter

Die Region Bodensee-Oberschwaben muss sich noch gedulden, bis der neue Regionalplan gültig wird. Noch liegt er bei der Landesregierung in Stuttgart zur Genehmigung. Bis ein Ergebnis vorliegt, wird es aber noch weitere Monate dauern, wie die „Schwäbische Zeitung“ auf Nachfrage beim zuständigen Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg erfahren hat. Das bedeutet, dass vorerst auch das Genehmigungsverfahren für die umstrittene Kiesgrube bei Vogt-Grund nicht beginnen kann.

Dienstag, 27. September 2022

Klimaschutz: Was ist an Verboten eigentlich schlecht?

 Wetter.de  hier  27. September 2022,  Ein Kommentar von Oliver Scheel

Wir müssen den Nutzen von Verboten erkennen

 Autofreie Strasse im Europaeischen Viertel am Sonntag (18.09.2022) in Bruessel. Der autofreie Sonntag in Bruessel ist in die Europaeische Mobilitaetswoche eingebunden, an der sich auch viele deutsche Staedte beteiligen. Sie hat am Freitag begonnen, n

Brüssel ohne Autos: Eine autofreie Stadt ist schlichtweg lebenswerter.

Stellen Sie sich das mal vor: Riesige Grünanlagen, wo früher Parkplätze waren. Kinder rennen gedankenlos über die Straße, die Gefahr, dass sie von einem Auto angefahren werden, existiert nicht. Es gibt weniger Stress, keinen Stau, keinen Lärm und die Luft stinkt auch nicht. Das ist die Vorstellung einer autofreien Innenstadt. Mit einem einfachen Verbot wäre dieser Traum zu realisieren: Ein Innenstadt-Verbot für Autos. Für Wenige wäre das mit Einschränkungen verbunden, für Viele wäre das ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.

Mit Freiwilligkeit passiert nichts

In unserer Gesellschaft haben wir uns im Laufe der Jahrhunderte auf ein Rechtssystem geeinigt, dass unzählige Gebote und Verbote beinhaltet. Die nehmen wir relativ klaglos hin. Niemand würde infrage stellen, dass es verboten ist, jemanden zu bestehlen oder das Leben eines anderen zu gefährden. Das aber genau passiert gerade in der Klimakrise. Wir gefährden das Überleben anderer Generationen und wir stehlen den jungen Menschen die Zukunft. Deshalb sind Verbote absolut nötig.

Denn mit Freiwilligkeit kommen wir schlichtweg nicht weiter. All die Maßnahmen, die die damalige Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner mit Freiwilligkeit verknüpft hat – denken wir an das Tierwohllabel oder die Zuckersteuer – sind am Ende völlig gefloppt. Wir brauchen verbindliche Regeln. Und die Klimakrise ist das vorherrschende Problem unserer Zeit, trotz aller Gasknappheit. Aufschieben bringt nichts. Regeln und Verbote schon. Auch wenn sie unser bisheriges Leben einschränken.

Bezweifelt heute noch jemand das FCKW-Verbot?

Wir haben uns ja auch relativ schnell an das Rauchverbot in Gaststätten gewöhnt und festgestellt, dass es jetzt viel besser ist. Niemand behauptet, dass das FCKW-Verbot von 1995 ein Fehler war. Niemand bestreitet den Sinn von LED-Lampen. Und so werden wir auch feststellen, dass es viel besser ist, wenn zum Beispiel Zweitaktmotoren verboten sind. Wir werden uns daran gewöhnen, dass man nicht mehr von Frankfurt nach München fliegt.

Es geht nicht um die Freiheiten des Einzelnen in einer Gesellschaft. Das akzeptieren wir normalerweise. Warum wollen wir es in Klimafragen nicht akzeptieren? Warum sind wir nicht bereit, für so etwas Großes wie den Erhalt unserer Lebensgrundlage Verbote in Kauf zu nehmen?

Verbote müssen ja nicht schlecht sein. Wir können doch nicht einfach so weitermachen, als hätten wir drei Planeten zur Verfügung. Weniger ist mehr. Weniger ist Zukunft.

"Europakonzil" Konstanz: Jugendliche kämpfen fürs Klima

 SWR hier   26.9.2022

Internationales Forum

In Konstanz findet ab Montag zum dritten Mal die internationale Jugendkonferenz "Europakonzil" statt. Die rund 100 Teilnehmenden widmen sich dem Thema Klimaschutz.

Wegen ein paar Metern zu wenig: Staatsanwaltschaft Ravensburg zerrt Aktivist*innen schon wieder vor Gericht

So langsam versteht man die Welt nicht mehr. Was sollen diese sinnfreien Prozesse bewirken, mit denen viel Zeit und Geld vertan wird? Wieso müssen sich die Betroffenen Staatsanwälte nicht rechtfertigen für diese Verschwendung an Steuermitteln? 

Es gibt inzwischen auf allen Ebenen neue Klimaschutzgesetze, denen noch lange nicht Genüge getan wird. Müssten nicht diese Gesetze der Maßstab alles Handelns und jeder Rechtsprechung sein? Wieso müssen sich Staatsanwälte und Richter nicht daran halten?


Pressemitteilung vom 27.09.2022:

Am 29.09.2022 findet erneut ein Prozess vor dem Amtsgericht Ravensburg statt, Bestandteil der Verhandlung sind die dezentralen Baumbesetzungen vom Dezember 2021 und Januar 2022. Damals hatten Aktivist*innen an verschiedenen Orten in Ravensburg symbolisch für zwei Stunden Bäume besetzt. Jetzt wird ihnen die Leitung einer unangemeldeten Versammlung vorgeworfen, weil einige nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zu nah beieinander waren. 

„Ich finde es erschreckend wie sehr sich die Ravensburger Staatsanwaltschaft anstrengt Straftats-Vorwürfe gegen uns zu konstruieren. Da fragt man sich schon ob man im falschen Film ist. Wie viele Jahre man den ÖPNV wohl kostenlos machen könnte, anstatt solch sinnfreie Verfahren zu führen?“ so Charlie Kiehne (20).

Im Dezember 2021 hatten 12 Aktivist*innen in Ravensburg Bäume besetzt, um damit an die aus ihrer Sicht verfehlten Klimaziele der Ravensburger Stadtpolitik zu erinnern und ihre Forderungen erneut in den Vordergrund zu rücken. Das gesamte Jahr 2021 hatte es rund um Ravensburg verschiedenste Protestaktionen gegeben, um mehr Klimaschutz zu fordern. Die Aktivist*innen sehen keinen Fortschritt und wollen weiterhin auf ihre Ziele aufmerksam machen. 

„Der Ravensburger Klimakonsens ist bisher nicht mehr als ein Stück Papier. Umgesetzt wurde bisher so gut wie nichts. Es ist wirklich erschreckend, dass uns die Zeit davonläuft und die Politik statt möglichst schnell zu handeln uns mit Vollgas gegen die Wand fährt.“ so xy

Charlie Kiehne wird von Klaus Schulz verteidigt. Die Verfahren gegen alle anderen Aktivist*innen sind noch am laufen. Während dem Prozess wird es auch eine solidarische Mahnwache von Unterstützer*innen geben.