Samstag, 16. Oktober 2021

Ein interessanter Artikel zur Wasserknappheit. Boden ist von zentraler Bedeutung, so auch hier die Botschaft!


hier kann man den ganzen Artikel runterladen

Sondierungsergebnis Ampel - Einladung zum Europe Calling Webinar

 

Sondierungsergebnis Ampel - Einladung zum Europe Calling Webinar - HEUTE, Freitag, 15.10.21, 19:00 Uhr

Gleich hier anmelden!

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

soeben wurden die Ergebnisse der Sondierungen zwischen SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP präsentiert. In den letzten zwei Wochen habe ich daran als Mitglied der Sondierungsgruppe mitgearbeitet. Nur knapp drei Wochen nach der Bundestagwahl empfehlen die drei Parteien ihren Gremien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen, die schon nächste Woche starten könnten.

Doch was steht genau drin im Sondierungspapier und welche Diskussionen stehen dahinter? Was bedeutet dieses Papier für die Koalitionsverhandlungen?

Schon heute Abend möchte ich Ihnen und Euch das Papier vorstellen und zur Diskussion stellen. Nach Wochen der vertraulichen Gespräche ist jetzt die Zeit der öffentlichen Debatte.

Wann? - HEUTE, Freitag, 15.10.2021, 19:00 Uhr

Gleich hier anmelden: https://gruenlink.de/2bcj

Bitte kommt selbst dazu und ladet andere Interessierte ein.

Mit europäischen grünen Grüßen,

Sven Giegold

 Schwäbische Zeitung - zum Nachmachen!


Solarenergie billiger als Kohlestrom – so wird China klimaneutral

Stern   hier Gernot Kramper
Neue Studie

Klimaneutral im Jahr 2060 – so hat es die Partei beschlossen. Wichtigster Baustein ist die Solarenergie. Schon in wenigen Jahren soll Sonnenstrom mit Akkuspeicher billiger als Kohlestrom sein.


Freitag, 15. Oktober 2021

 


 Liebe Aktive in der Klimaschutz-Bewegung,


macht der Klimaschmutz-Lobby das Leben schwer, indem ihr bei euch vor Ort mit neuen Mitgliedern des Bundestags eine Aktion mit Roten Klimakarten durchführt.

Die Aktion kann vor oder nach dem großen bundesweiten Klimastreik in Berlin am 22.10. durchgeführt werden. In Berlin wird mit 15.000 Roten Klimakarten für 1,5 Grad gegen die Klimaschmutz-Lobby und ihre Klima-Scheinlösungen protestiert.(hier)

Idee: Es sind viele neue Gesichter im Bundestag - nach aktuellem Stand: 284. Wir wollen die Roten Klimakarten diesmal nicht gegen bremsende Politiker*innen einsetzen (von denen es viele nicht mehr in den Bundestag geschafft haben), sondern zum Schutz für Politiker*innen, die noch nicht von der Klimaschmutzlobby vereinnahmt worden sind und in die wir Hoffnungen setzen. Es könnte also gemeinsam mit neuen (ggf. auch mit alten) MdBs bei ihrem Büro vor Ort eine Aktion und ein öffentliches Gespräch über Lobby und Politik und Klima-Scheinlösungen (hier) durchgeführt werden.
Ggf. gemeinsam mit den Politiker*innen wird der Klimaschmutz-Lobby dann vor Ort die Rote Klimakarte gezeigt, bspw. im Halbkreis vor dem Wahlkreis-Büro.

Zu finden sind die Neuen vor Ort mithilfe des Abgeordneten-Finders: hier

Im Rahmen der Aktion könnten die aktuellen Forderungen von LobbyControl (hier) und das Transparenz-Versprechen von Abgeordnetenwatch (hier) angesprochen werden.
Viele Abgeordnete haben sich zum Transparenz-Versprechen bekannt, einige aber nicht zu allen fünf Versprechen. Das könnte Ausgangspunkt für eine Klärung vor Ort sein.
Weitere Infos und eine kostenlose Bestellmöglichkeit auf: www.roteklimakarte.de.
Abonniert gerne unseren Info-Kanal: hier
Bei Rückfragen schaut hier vorbei: hier

Euer Team Rote Klimakarte

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Guerilla-Journalismus im Fernsehen

 Spiegel   hier

Der einsame Klimakampf der Wetteransager

Eine Kolumne von Christian Stöcker


Tatsächlich ist der Wetterbericht in vielen Nachrichtensendungen mittlerweile politischer – oder vielmehr: relevanter als weite Teile der übrigen Berichterstattung. Das liegt daran, dass die einst so unpolitischen Wetterleute offenkundig die Nase voll davon haben, dass das wichtigste Thema der Gegenwart auch in den Öffentlich-Rechtlichen oft noch immer wie eine Randnotiz behandelt wird.

 

Link hier

Wie Umweltschützer und andere Kritiker mundtot gemacht werden

 Redaktionsnetzwerk  RND hier

Vor Gericht gezerrt und angeklagt

  • Mächtige Firmen und Verbände überziehen ihre Kritiker immer häufiger mit Klagen, um sie mundtot zu machen.
  • Im Fadenkreuz stehen Menschenrechtler, Whistleblower und vor allem Umweltschützer wie der 36-jährige Karl Bär, gegen den 1376 Bauern Anzeige erstattet haben.
  • Jetzt will die Europäische Union missbräuchlichen Klagen einen Riegel vorschieben – und stößt im Kampf um die Meinungsfreiheit an ihre Grenzen.
Klagen als Schikane: ein immer häufigeres Phänomen
Dass Umweltschützer, Menschenrechtler oder Journalisten wegen ihrer öffentlichen Kritik angezeigt und verklagt werden, lässt sich auch außerhalb Südtirols immer häufiger beobachten. Zwischen 2018 und 2019 hat die Zahl solcher Klagen laut einer Untersuchung von Greenpeace International um 75 Prozent zugenommen.
Juristen bezeichnen diese Einschüchterungsklagen als „SLAPP“ („Strategic Lawsuits against Public Participation“). Ihr Ziel ist es nicht, vor Gericht recht zu bekommen. Vielmehr sollen horrende Anwaltskosten, lange Gerichtsprozesse und hohe Schadensersatzforderungen jede weitere kritische Äußerung über Missstände unterbinden und andere Kritiker abschrecken. Der Fall Bär gilt als eines der größten SLAPP-Verfahren weltweit. „Hier werden engagierte Menschen, die den Status quo zu Recht kritisieren, eingeschüchtert, psychisch belastet und finanziell unter Druck gesetzt“, kritisiert die EU‑Abgeordnete Sarah Wiener (Grüne), nachdem sie bei Karl Bärs letzter Verhandlung im Mai als Prozessbeobachterin bei Gericht war.

.......Karl Bär kämpft und lässt sich auch von 1376 Anzeigen nicht davon abbringen, den massiven Pestizideinsatz in Südtirol und die Klagen gegen ihn zu kritisieren. Das hat Wirkung gezeigt: Von den 1376 Apfelbauern haben fast alle ihre Anzeige zurückgezogen. Doch weil zwei Brüder an ihrer Klage festhalten, muss sich der Umweltaktivist Ende Oktober erneut vor Gericht verantworten. Gesprochen hat er mit den beiden Klägern nie, Verständnis für ihre Klage hat er auch nicht. „Die Strafanzeige gegen den politischen Gegner ist eine Grenzüberschreitung“, meint Bär und sei durch nichts zu rechtfertigen. Die beiden Brüder äußerten sich auf unsere Anfrage hin nicht.

Bär möchte jetzt so viel Wirbel wie möglich um die SLAPP-Klage machen, damit anderen der Ärger erspart bleibe. Sein Anwalt erklärt: „Wir haben ca. 60 Umweltexperten aus der ganzen Welt als Zeugen zum Prozess geladen.“ ...
Für die Südtiroler Landwirte könnten ihre 1376 Anzeigen noch unangenehme Folgen haben, nicht nur wegen der großen Aufmerksamkeit beim Prozess. Die Staatsanwaltschaft Bozen hat im Rahmen ihrer Ermittlungen die Betriebshefte von den Apfelbauern beschlagnahmt, in denen der Pestizideinsatz detailliert aufgelistet ist. „Wir haben jetzt einen nie dagewesenen Datenschatz, wer wann welche Pestizide spritzt“, sagt Bär und grinst. Bis zum Frühjahr dauert die Auswertung der Betriebshefte noch, dann will Bär die Daten zum Einsatz von Spritzmitteln auf Südtiroler Apfelplantagen öffentlich machen.

„Man muss mehr Chaos zulassen“

Südkurier hier

(vor Kurzem war Hr. Settele ein Artikel im Spektrum der Wissenschaft gewidmet hier)

Herr Settele, 2010 wurde in Japan eine Konvention verabschiedet, wonach das Artensterben bis 2020 beendet sein sollte. Dennoch sind eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Also außer Spesen nix gewesen?

Das kann man so nicht sagen. Es sind seitdem viele Schutzgebiete ausgewiesen worden, aber eben nur ausgewiesen und nicht angemessen bewirtschaftet. Es ist zwar richtig, dass eine Million Arten bedroht sind, allerdings nur, wenn wir so weitermachen wie bisher und nicht gegensteuern. Ob wir den Artenschwund wirklich stoppen können, ist nicht sicher, aber wir können den Trend umkehren. ...

Nun gehen aber die Arten auf der ganzen Welt zurück. Läuft der Prozess überall gleich ab?

Keineswegs. Wir müssen auf die Hotspots der Artenvielfalt schauen, die in tropischen Regionen liegen: Afrika, Lateinamerika und Südostasien mit Inselstaaten wie Indonesien, wo ganz eigene, nur dort lebende Arten entstanden sind. Da könnte man sagen: Na ja, wenn da irgendeine Leguan-Art auf einer Insel verschwindet – was geht uns das an? Aber wir in Europa sind an diesem Prozess beteiligt.

Inwiefern?

Durch den globalen Handel! Es geht um die Frage: Welche Produkte importieren wir, und welche Flächen werden dafür in den Exportländern erzeugt? Beispiele: Fleisch und Soja aus Brasilien, Palmöl von den Philippinen. Wir nutzen indirekt diese Gebiete, in denen die Arten aussterben, weil die Plantagen ihnen den Lebensraum nehmen. Hier ist eine globale Lösung die einzige Chance. Das kann man nicht nur lokal angehen.....

Manche Experten sagen, der Verlust an Arten sei für die Menschheit bedrohlicher als der Klimawandel. Würden Sie das unterschreiben?

Klimawandel und Artensterben gehören zusammen, das kann man nicht trennen, man muss es gemeinsam denken. Die Frage ist: Wie bekommen wir diese beiden Hauptkrisen gemeinsam in den Griff? Das muss man schnell umsetzen, zumal man eine Trendwende bei der Biodiversität relativ schnell erreichen kann – etwa bei den Insekten.


Fragen: Alexander Michel

Experten zum Klimawandeln: Viele G20-Staaten beim Klimaschutz weiter als Deutschland – 1,5-Grad-Ziel dennoch schwer erreichbar

Handelsblatt  von Kersting, Silke

Die Maßnahmen zum  Klimaschutz sind national wie international unzureichend, zeigt der neue „Climate Transparency-Report“. Der Handlungsbedarf für die kommende Regierung ist enorm

Denn gut zwei Wochen vor dem G20-Gipfel in Rom und der Weltklimakonferenz in Glasgow zeigt der „Climate Transparency-Report“ den Rückstand der weltweit größten Industrie- und Schwellenländer beim Schutz des Klimas. Der an diesem Donnerstag veröffentlichte Report prognostiziert für 2021 einen Anstieg der klimaschädlichen CO2-Emissionen in den G20-Ländern um vier Prozent im Vergleich zum Pandemiejahr 2020. In Ländern wie China, Indien, Indonesien und Argentinien werden sogar höhere Emissionen als 2019 erwartet. Nur ein Bruchteil der Corona-Wiederaufbauhilfen wurde dem Report zufolge in nachhaltige Bereiche investiert.

Climate Transparency ist eine internationale Partnerschaft zwischen mittlerweile 16 Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen aus 14 G20-Ländern.
Seit 2015 gibt die Initiative einmal jährlich einen Überblick über den Klimaschutz in den G20-Ländern und ihre Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität.

In der G20 sind 19 Staaten plus die EU vertreten. Sie stehen für 75 Prozent der weltweiten klimaschädlichen Treibhausgasemissionen. Ihr Kurs beim Klimaschutz ist also von allergrößter Bedeutung.
Die Untersuchung von Climate Transparency gilt als eine der umfassendsten Analysen aller klimaschutzrelevanten Daten der G20. Aus Deutschland sind Germanwatch, Humboldt-Viadrina Governance Plattform, Climate Analytics und New Climate Institute beteiligt.

.... Die bisherigen Klimaziele der G20 würden jedoch zu einer Erderwärmung um 2,4 Grad führen, warnt die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.
Positiv sei, dass immerhin 14 G20-Staaten, die für insgesamt gut 60 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind, sich bisher explizit zum Ziel der Klimaneutralität bekannt hätten, heißt es in dem Report. Von Australien, Indien, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und der Türkei steht ein solches Bekenntnis aus. Der Ehrgeiz wachse, aber insgesamt seien die G20-Länder nicht auf 1,5-Grad-Kurs, heißt es weiter.

Auch Deutschland sei weit entfernt von einer Vorreiterrolle innerhalb der G20, kritisiert Germanwatch. Viele andere G20-Staaten hätten in den vergangenen Jahren größere Schritte gemacht als Deutschland, etwa Großbritannien, „selbst wenn auch hier nicht alles perfekt ist“, so Burck. 
Dabei fällt aber unter anderem negativ auf, dass Deutschland bislang auf ein klares Enddatum für fossile Verbrennungsmotoren bei Neuwagen verzichtet hat und der endgültige Kohleausstieg bislang erst für 2038 vorgesehen ist. Die Emissionen im Verkehrssektor sind hierzulande im Zeitraum 2015 bis 2020 gestiegen, trotz pandemiebedingtem Lockdown. 
Für Deutschland vermerkt der Report positiv, dass knapp 50 Prozent der deutschen Corona-Konjunkturhilfen als „grün“ bezeichnet werden könnten. Das heißt, diese Ausgaben tragen dazu bei, Emissionen zu senken. Nur Kanada mit rund 75 Prozent schneidet besser ab.

...Nicht der richtige Weg, findet Climate Transparency. Die G20-Mitglieder müssten Investitionen in erneuerbare Energien Vorrang einräumen – auch um „stranded assets“ zu vermeiden. Darunter versteht man Vermögenswerte, die aufgrund der bevorstehenden Transformation der Wirtschaft in eine klimaneutrale Zukunft vor Ende ihrer geplanten wirtschaftlichen Nutzungsdauer an Wert verlieren.
Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, fordert ein Klimaschutzsofortprogramm der nächsten Bundesregierung. „Vor allem im Verkehrs-, Gebäude-, Industrie- und Agrarbereich sind ambitionierte Schritte nötig, aber auch der Kohleausstieg muss auf 2030 vorgezogen werden“, so Bals...

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Stadt Friedrichshafen wird für fairen Handel ausgezeichnet

 Südkurier  hier

Der Verein TransFair, der den Titel verleiht, hat die Urkunde „Fairtrade-Town“ erneut verliehen und bestätigt, dass alle Kriterien, die für das Führen dieses Titels notwendig sind, wiederum erfüllt wurden. Bei der offiziellen Verleihung betonte Erster Bürgermeister Fabian Müller: „Friedrichshafen wurde im September 2015 erstmals als Fairtrade-Stadt zertifiziert. 2017 folgte die erste Titelerneuerung, heute können wir bereits die vierte Auszeichnung als Stadt des Fairen Handels feiern.“ Für ihn ist die erneute Titelverleihung auch eine kommunalpolitische Erfolgsgeschichte, weil Gemeinderat und Verwaltung die Aufgabe von Anfang an mit Schwung unterstützen und begleiten. „Aber es sind eben auch die vielen engagierten Menschen vor Ort, die zum Erfolg beitragen: Allen voran der Verein Eine Welt und der von ihm betriebene Weltladen, die vielen Einzelhändler und Gastronomen, die Schulen, Kirchengemeinden, Vereine sowie die Medien. Gerade im Bereich der Schulen nimmt Friedrichshafen einen Spitzenplatz ein: Fünf Schulen sind als Fairtrade-Schools zertifiziert.

Land plant großen Wurf beim öffentlichen Nahverkehr

Südkurier   VON MICHAEL SCHWARZ  hier

Das Land will die Zahl der Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr verdoppeln – bis 2030 im Vergleich zu den Zahlen von 2010. „Das ist das Minimum, was wir schaffen müssen“, sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gestern in Stuttgart.

Zuvor hatte das Kabinett die ÖPNV-Strategie auf den Weg gebracht, auf die sich Grüne und CDU bereits im Koalitionsvertrag geeinigt hatten. Hermann erklärte jedoch auch, der Weg hin zu diesem Ziel sei steinig. Schließlich habe sich die Zahl der Autos im Südwesten in den vergangenen drei Jahren um eine halbe Million Fahrzeuge erhöht. „Das ist für eine echte Verkehrswende ein Problem“, so der Grünen-Politiker. Vor allem in den Städten werde es immer enger. Zudem bräuchten auch Elektroautos Parkplätze. Ein weiteres Problem sei, dass in der Corona-Zeit viele Menschen aus Angst vor Ansteckungen wieder vom ÖPNV auf das Auto umgestiegen seien.

Das Land will laut Hermann trotzdem an dem Ziele der Verdopplung der Fahrgastzahlen festhalten – schon alleine deswegen, um Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral zu machen. Insgesamt umfasst die ÖPNV-Strategie des Landes mehr als 130 Maßnahmen. Ein zentrales Element ist die von Grünen und CDU im Koalitionsvertrag vereinbarte Mobilitätsgarantie. Dies sieht vor, dass zwischen 5 und 24 Uhr überall im Südwesten ein verlässliches ÖPNV-Angebot vorhanden ist. Das Ziel sei, dass Busse und Bahnen in Ballungsräumen im Land mindestens alle 15 Minuten fahren, im ländlichen Raum alle 30 Minuten.

Bei der Mobilitätsgarantie geht das Land im Endausbau von Kosten in Höhe von etwa 600 Millionen Euro aus. Da Kommunen für Busse und Stadtbahnen zuständig sind, sei man auf deren Unterstützung angewiesen, so Hermann. Das Land stellt sich zudem vor, dass die Kommunen und Kreise über den neuen Mobilitätspass – in Form einer Nahverkehrsabgabe oder City-Maut – Mittel einnehmen, die dann wiederum in den ÖPNV investiert werden. Auch bei den Tarifen soll es Neuerungen geben. So soll ein Ticket eingeführt werden, mit dem Schüler, Studenten und Auszubildende zum Preis von 365 Euro ein Jahr lang überall in Baden-Württemberg den ÖPNV nutzen können. Das Ticket soll es ab Mitte kommenden Jahres geben – und das Land langfristig 100 Millionen Euro jährlich kosten.


Wilfried Rupp hofft weiter auf frischen Wind aus den Rathäusern, damit mehr gelbe Bänder an Streuobstbäumen flattern können

 Südkurier hier 

Das Projekt „Gelbes Band“ will die Verschwendung von Obst eindämmen und helfen, Streuobstwiesen zu bewahren. Wilfried Rupp aus Baitenhausen will das Projekt im Bodenseekreis etablieren, in Baitenhausen flattern schon die ersten gelben Bänder. Hier dürfen sich Interessierte kostenlos am Obst bedienen. Rupp hofft, dass sich weitere Städte und Gemeinden anschließen.

Bild unten: Herr Rupp erklärt bei einem Ortstermin der GOL in Salem sein Anliegen.



Weltnaturschutzkonferenz : Weltgemeinschaft will Artenschwund besser bekämpfen

 t-online hier

Kunming (dpa) - Die Weltgemeinschaft hat sich grundsätzlich auf einen verstärkten Kampf gegen das dramatische und gefährliche Aussterben von Arten verständigt.

Auf der Weltnaturschutzkonferenz (Cop15) der knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) wurde am Mittwoch eine wenig konkrete "Erklärung von Kunming" angenommen, die nach dem Tagungsort in Südwestchina benannt ist. Dort sind Vertreter aus China diese Woche mit den Teilnehmern online zusammengekommen, um über ein neues Rahmenabkommen zum Artenschutz zu beraten.

In der Erklärung wird darauf verwiesen, dass "viele Staaten" dazu aufgerufen hätten, 30 Prozent der Flächen an Land und im Meer bis 2030 unter Schutz zu stellen. Teilnehmer begrüßten die Erwähnung des Ziels, das nach dem Willen von Bundesregierung und Umweltverbänden in das bis nächstes Frühjahr angestrebte Rahmenabkommen aufgenommen werden soll. Die Verhandlungen darüber werden im Januar fortgesetzt.

Das neue Abkommen mit konkreten Zielen zum Schutz der biologischen Vielfalt soll bei einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai wieder in Kunming verabschiedet werden. Es wird gerne mit dem Pariser Klimaabkommen verglichen, wird aber weniger bindend sein. Doch schon 2010 hatten sich die Vertragsstaaten im japanischen Aichi als Ziel gesetzt, den Schwund der Artenvielfalt bis 2020 zu stoppen. Die Vorgaben wurden allerdings weit verfehlt, wie der bilanzierende Bericht zum Zustand der Biodiversität in dem Jahr feststellte.

In der Kunming-Erklärung bekunden die Vertragsstaaten zunächst wieder ihren guten Willen. Auch warnen sie vor den Gefahren für die Lebensgrundlagen der Menschen. Es wird die "große Sorge" geäußert, dass die beispiellose Krise des Verlusts der Artenvielfalt, des Klimawandels, der Landzerstörung und Wüstenbildung, der Schädigung der Meere und Umweltverschmutzung "die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Nahrungssicherheit verstärkt".

In dem Papier ist von einer "existenziellen Bedrohung für unsere Gesellschaft, unsere Kultur, unseren Wohlstand und für unseren Planeten" die Rede. Gefordert werden dringendes Handeln und ein transformativer Wandel über alle Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft hinweg. Eine "Kombination von Maßnahmen" sei notwendig, um das Aussterben der Arten aufzuhalten und umzukehren.

Land- und Seenutzung müssten geändert werden, der Schutz von Ökosystemen verbessert, der Klimawandel abgeschwächt, die Umweltverschmutzung verringert und Raubbau verhindert werden, heißt es darin weiter. Auch müsse es wirksame Maßnahmen zur Umsetzung des Abkommens geben und überprüft werden, ob die Ziele auch eingehalten werden. Der Verlust der biologischen Vielfalt müsse gestoppt und bis 2030 spätestens auf den Pfad der Erholung gebracht werden.

Die "Erklärung von Kunming" spricht sich auch dafür aus, Subventionen, die der Biodiversität schaden, zu beseitigen oder zu reformieren. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte am Vortag in ihrer Rede auf der Konferenz gesagt, es sei wichtig, Subventionen auslaufen zu lassen, die umweltschädlich seien oder sich negativ auf die Natur auswirkten. Umweltverbände kritisieren, dass die Bundesregierung rund 67 Milliarden Euro für umwelt- und naturschädigende Subventionen pro Jahr ausgibt - unter anderem für Landwirtschaft und Fischerei.

Greenpeace-Kommentar zur Weltnaturkonferenz »COP15« in Kunming

 hier

Ab heute verhandelt die #Weltnaturkonferenz »COP15« mit China als Gastgeberland, wie das größte Artensterben der Erdgeschichte aufzuhalten ist. Die Vertragsstaaten der »Biodiversitätskonvention« (»CBD«, »Convention on Biological Diversity«) treffen sich erst virtuell


Hamburg, 11. Oktober 2021. Ab heute verhandelt die #Weltnaturkonferenz »COP15« mit China als Gastgeberland, wie das größte Artensterben der Erdgeschichte aufzuhalten ist. Die Vertragsstaaten der »Biodiversitätskonvention« (»#CBD«, »Convention on Biological Diversity«) treffen sich erst virtuell, im April oder Mai 2022 folgt eine Präsenz-Konferenz  im chinesischen Kunming. Verhandelt wird unter anderem über neue Schutzgebiete und den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Zum Abschluss soll ein neues Abkommen zum Naturschutz verabschiedet werden. Es kommentiert #Greenpeace-Experte Thilo Maack …

»Eine bessere Chance, unsere natürliche Lebensgrundlage zu retten, wird es nicht mehr geben. Hehre Worte und hohle Ziele reichen nicht aus. Die Klimaerhitzung und die Zerstörung der Natur sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Nur wenn wir die Ökosysteme erhalten, wird sich die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen lassen. Und nur, wenn wir diese Grenze einhalten, lässt sich das Aussterben der Arten aufhalten. Das zukünftige Abkommen muss bis spätestens 2030 zu mindestens 30 Prozent Schutzgebieten an Land und im Meer führen und die Menschenrechte dabei berücksichtigen. Außerdem muss es mit einer soliden Finanzierung und verpflichtenden Aktionsplänen unterlegt sein. Deutschland hat seiner internationalen Verantwortung gerecht zu werden und muss sich für ein robustes Abkommen mit klaren Zielen und Aktionsplänen zur Rettung der #Natur einsetzen.«

Update: Großkonzerne fordern mehr Klimaschutz von neuer Bundesregierung

 Zeit hier

70 Prozent des Stromverbrauchs sollten bis 2030 durch erneuerbare Energien gedeckt werden, fordern die Konzerne. Unterzeichnet haben auch die Stromanbieter EnBW und E.on.69 deutsche Großkonzerne haben laut einem Medienbericht von der neuen Bundesregierung den massiven Ausbau von Wind- und Solarparks gefordert – und einen schnelleren Kohleausstieg als bisher geplant. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wie auch der erforderlichen Stromnetze müsse massiv beschleunigt werden, heißt es laut Spiegel in dem Appell, den unter anderem die Otto Group, die Allianz, Rossmann, SAP, EnBW und E.on unterzeichnet haben.Bis 2030 müssten mindestens 70 Prozent des steigenden deutschen Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden, forderten die Unterzeichner demnach in dem Schreiben, das von der Unternehmerinitiative Stiftung 2 Grad initiiert wurde. Bisher seien es weniger als 50 Prozent.

"Die installierte Kapazität von Windkraft an Land und auf See sowie Photovoltaik muss dafür nahezu verdreifacht werden", heißt es in dem Schreiben. Hierfür müssten ausreichend Flächen für neue Kraftwerksparks bereitgestellt und bestehende Anlagen nachgerüstet werden. Zusammen mit anderen Maßnahmen könne man so die Voraussetzungen für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung deutlich vor 2038 schaffen, hieß es.Eine am Montag veröffentlichte Studie unter dem Titel Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 legt ebenfalls einen Kohleausstieg vor 2038 nahe (hier)
Demnach ist die starke Beschleunigung der Energiewende bis 2030 von "besonderer Relevanz". Ohne enorme Dekarbonisierungs- und Infrastrukturmaßnahmen in diesem Jahrzehnt würden die Klimaschutzziele für 2030 verfehlt. Damit würde auch das Erreichen des Langzeitziels der Klimaneutralität 2045 "hochgradig unwahrscheinlich" werden.


Spiegel hier

Vor vertieften Sondierungen: Konzerne fordern von neuer Bundesregierung mehr Klimaschutz

Von Adidas bis Vattenfall: Knapp 70 große Unternehmen rufen die Sondierungsteilnehmer in Berlin zu stärkeren Maßnahmen für den Klimaschutz auf. .....

Bareiß -„Greenwashing“ nach der Wahl

Leserbrief zu den Artikeln „Ich bin doch kein Klimakiller“ v. 30.09. und „Bareiß kritisiert Laschet deutlich“ v. 09.10. in der Schwäbischen Zeitung

Schlechtes Wahlergebnis bei Thomas Bareiß; jetzt wird nach einem Sündenbock gesucht. Gesucht, gefunden: campact.

Darf man einen Volksvertreter, der bereits 16 Jahre im Bundestag ist, nicht fragen, was er in seiner Amtszeit geleistet hat, bzw. darf man ihn nicht damit konfrontieren, welche Entscheidungen (klimafeindliches Abstimmungsverhalten) er mitgetragen hat?
Auf www.abgeordnetenwatch.de kann der Wähler das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten studieren – und auch noch Fragen stellen. Leider bleiben viele klimapolitische Fragen vom Parlamentarier Bareiß unbeantwortet. „Wir sind mündige Bürger einer Demokratie. Wir genießen die modernste und ehrlichste Herrschaftsform über Abgeordnete aus dem Volk. Und wir haben dafür einen perfekten Kontrollmechanismus in Form der freien Medien.“

Willkommen in der Wirklichkeit! Vorbei ist die Zeit, in der Kandidaten der jahrzehntelang dominierenden Partei unkommentiert gewählt werden. Die Wähler informieren sich und erkennen Zeitströmungen; Präsenz im Wahlkreis und politisches Agieren wird gewürdigt.

Nicht nur campact hat MdB Bareiß ins Visier genommen, auch greenpeace und parents4future haben ihm vor der Wahl die rote Klimakarte gezeigt und dies nachvollziehbar mit Fakten belegt. Diese Fakten konnte der Pikierte nicht entkräften.

Die Lobbyverquickungen mit der Wirtschaft (INSM, Wirtschaftsrat, Berliner Kreis, Werteunion) verdienten im Wahlkampf eine Würdigung. „Bermudadreieck der Energiewende“: Unter anderem hat die Regierung die Solar- und Windkraftunternehmen in der abgelaufenen Legislaturperiode pleitegehen lassen; jetzt hat hier China das Sagen. In der überörtlichen Presse wird man diesbezüglich leicht und schnell fündig, was Thoms Bareiß Verwicklungen betrifft. In der lokalen Zeitung liest man nichts bis wenig darüber.

Nach diesem miserablen Ergebnis kommt der Eindruck auf, man wolle den Abgeordneten „greenwashen“ (er wird jetzt sogar mit Sonnenblumen im Hintergrund abgebildet).

Es ist wichtig, dass die Wähler sich informieren/objektiv informiert werden; das macht Demokratie aus. Bei einer „Abgeordnetenentschädigung“ iHv. monatlich 10.012,89 Euro muss sich ein Volksvertreter auch rechtfertigen, sollte sich der Kritik offen/ demütig dem Ergebnis stellen und dies akzeptieren.

15 % Stimmenverlust; manch anderer „Klimabremser“ wurde abgewählt. Ein „Denk“-zettel!

 

Roland Stehle

Autofreie Innenstädte sorgen nicht nur in Wangen im Allgäu für Streit

Schwäbische Zeitung von Ulrich Mendelin mailto:u.mendelin@schwaebische.de  hier
Auszüge in blau

......Anlass für den Ärger des Metzgers ist ein verunglücktes Experiment der Stadt Wangen im Allgäu. Oberbürgermeister Michael Lang (parteilos) wollte den Autoverkehr für vier Wochenenden im Juli und August aus der historischen Altstadt verbannen, jeweils von Freitag, 11 Uhr bis Montag, 6 Uhr.
Mit dem Vorstoß ging er noch über einen Beschluss des Gemeinderates hinaus, der auf Betreiben der Grünen zustande gekommen war und der Sperrungen nur außerhalb der Ladenöffnungszeiten vorgesehen hatte. Ziel war es, den Einkaufsbummel in der Stadt attraktiver zu machen, und dem Einzelhandel nach den schwierigen Corona-Monaten einen Schub zu verleihen.
Der Schuss ging nach hinten los. Knapp 50 Händler unterzeichneten einen wütenden Brief an Lang. Sie seien „fassungslos und schockiert über völlig überflüssige Testwochenenden zur autofreien Altstadt“, schrieben Metzger Joos und die anderen Unterzeichner. Von einer „diktatorischen Maßnahme“ war die Rede, weil aus dem Rathaus vorab keinerlei Informationen gekommen waren........

In Ravensburg wurde der zentral gelegene Gespinstmarkt nach einer Sanierung zur autofreien Zone erklärt – die Folgen für den Altstadtverkehr sollen nach einiger Zeit evaluiert werden. Außerdem wird ein großer, zentrumsnah gelegener Parkplatz künftig kostenpflichtig.....

In Friedrichshafen stand der Gemeinderat vor der Frage, wie es mit der zentralen Friedrichstraße weitergehen soll, nachdem die Umgehungsstraße B31-neu jüngst freigegeben worden ist. Gesperrt wird die bisherige Hauptschlagader der Stadt zwischen Bahnhof und Uferpark zwar erst einmal nicht. Aber der Verkehr wird auf Tempo 20 gedrosselt. Ein Konzept, das ausdrücklich als Provisorium angelegt ist.

Aus Sicht von Anne Klein-Hitpaß, Leiterin des Forschungsbereichs Mobilität beim Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin, überwiegen die positiven Folgen eines reduzierten Autoverkehrs in Innenstädten stark, sowohl für das Klima, für die Lebensqualität, aber auch für Handel und Gewerbe. Die Verkehrsforscherin berichtet von Befragungen, bei denen Einzelhändler die Zahl ihrer Kunden, die mit dem Auto kommen, „stark überschätzt“ hätten. „Wo die Aufenthaltsqualität steigt, wird auch mehr eingekauft“, sagt Klein-Hitpaß.

In Baden-Württemberg ist das Zurückdrängen des Individualverkehrs in den Innenstädten ausdrücklich ein politisches Ziel, festgehalten im grün-schwarzen Koalitionsvertrag. Ein eigenes Förderprogramm des Landes gebe es dafür zwar nicht, sagt Verkehrs-Staatssekretärin Elke Zimmer (Grüne), wohl aber vielfältige Angebote.
„Dazu gehört Unterstützung zum Umbau von Straßen, zum Rückbau von Parkplätzen, zur Errichtung von Radabstellanlagen und zur ÖPNV-Förderung. Instrumente wie der Mobilitätspass und höhere Parkgebühren können Anreize setzen, um das Auto stehen zu lassen und stattdessen andere Mobilitätsformen zu nutzen. Über Car-Sharing wird das Zweit- oder Drittauto unnötig – oftmals sogar der Autobesitz insgesamt.“.....

Alle, Autofahrer genauso wie Fußgänger, sollen ihren Platz in engen Altstadtgassen haben – diesen Ansatz hält Matthias Lieb für völlig verfehlt. „Das Auto muss langsam aus der Stadt verdrängt werden“, fordert der baden-württembergische Landesvorsitzende des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD). „Wir hatten 50 bis 60 Jahre autozentrische Verkehrsplanung“, sagt Lieb. „Das kann ich nur ändern, indem ich das dominierende Verkehrsmittel einschränke.“ Leider fehle es bei der Umsetzung in den Kommunen „oftmals an der notwendigen Stringenz.“

...Unerschwinglich ist das Parken in Sigmaringen nicht: Die erste halbe Stunde ist frei, ein ganzer Tag kostet zwei Euro. Nur eben nicht direkt vor den Geschäften, sondern im Parkhaus. Das ist von der Fußgängerzone in etwa zwei Minuten zu Fuß zu erreichen. Für SPD-Gemeinderätin Tyrs sind es „absurde Diskussionen“, die sich da abspielen: „Einzelne Händler denken, sie müssen dann ihren Laden dichtmachen.“ 

.......Im kommenden Jahr werden Straßensperrungen und Fahrverbote in vielen Kommunalparlamenten wieder auf der Tagesordnung stehen: In Wangen, in Sigmaringen – und auch in Berlin.....

Kommentar "Umsteigen tut weh"

Schwäbische Zeitung von Ulrich Mendelin mailto:u.mendelin@schwaebische.de

Etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Verkehrsbereich. Mobilität trägt erheblich zum Klimawandel bei. Dass es eine Verkehrswende braucht, darüber lässt sich schnell ein Konsens herstellen - jedenfalls so lange es bei diesem wolkigen Begriff bleibt.

Wenn es dann aber konkret wird mit dem Umstieg, tut es weh. Das eigene Mobilitätsverhalten zu ändern, bedeutet einen viel tieferen Einschnitt in den Alltag als zum Beispiel die Entscheidung, die Wärmedämmung des Eigenheims auf den aktuellen Stand zu bringen. Das hängt auch damit zusammen, dass der Besitz eines Privatautos für viele Menschen eng mit dem Gefühl von Freiheit verbunden ist. Und die Flexibilität des Autos ist ja tatsächlich unschlagbar. Daran kann auch ein noch so gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr nichts ändern.

Mehr und mehr greifen Städte und Gemeinden darum in den Instrumentenkasten der Verbote und Beschränkungen: Das Parken wird allerorten teurer, bislang zugängliche Straßen sind nicht mehr befahrbar. Geschwindigkeitsbeschränkungen werden verhängt, wo es möglich ist - nach Ansicht etwa der Grünen sollten die Kommunen hier noch einen größeren Spielraum bekommen.

Dabei muss es nicht immer das Totalverbot für Autos sein. Experimente mit „Begegnungszonen“, in denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, können eine Alternative sein. Zeitweise Beschränkungen eine andere. Letztlich gibt es kein Patentrezept, in jeder Kommune müssen die Bürger den für sie passenden Weg selbst aushandeln. Klar ist aber: Die Zeit, in der das Privatauto Dreh- und Angelpunkt aller verkehrsplanerischen Überlegungen war, ist vorbei und wird wohl kaum wiederkommen. Auch dann nicht, wenn alle Autos in der Zukunft CO2-neutral fahren werden. 

Denn es geht nicht nur ums Klima. Sondern auch darum, dass der Platz in den Innenstädten begrenzt ist. Kaum zu glauben, dass der wirklich nicht besser genutzt werden kann als für Autos, die einen großen Teil der Zeit einfach nur herumstehen.


Herr Mendelin, vielen Dank für diesen Kommentar in der Schwäbischen Zeitung

Spannend war`s !


Gestern Abend war Teil 4 der Dialog-Reihe angesagt.

Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) hat es mal wieder geschafft, 3 interessante Beiträge zum Thema "Zukunftsfähig Wohnen" zu einem tollen Gesamtpaket zusammenzuschnüren. Das macht Lust auf mehr! 

Vorschau:
am 27.10 "Primetime für`s Klima"
am 30.11 "Zukunftsfähige Waldwirtschaft"

Und: Das macht Lust auf Veränderung, denn man könnte so vieles besser machen! Es ist schön, wenn positive Projekte in den Focus rücken.

Demnächst werden die Vorträge auch ganz veröffentlicht auf der Seite der KAB.


Den Anfang machte Rüdiger Sinn mit seiner Zusammenstellung "Anders bauen - mit ökologischen Materialien".

"Die großen CO2 Einsparptenziale liegen in den ersten 50 Jahren im Baumaterial und in der Bauweise - nicht im Heizsystem.
Eine Studie beziffert die CO2-Ersparnis auf durchschnittlich 80 to für den Neubau eines gewöhnlichen Einfamilienhauses aus Holz gegenüber der Massivbauweise"

Als Beispiel erwähnte er die außergewöhnlichen Holzkeller der Fa. Staudenschreiner aus Schwabmünchen, bei denen als Zusatzeffekt auch noch ca. 1 to Kohlenstoff/m3 Holz gebunden wird. Und die, im Gegensatz zu den Klimaschädlichen Betonkellern, auch  schnell errichtet und sofort beziehbar sind.

Von allen ökologischen Dämmstoffen hat Stroh die beste Energiebilanz. Rüdiger Sinn zeigte das gelungene Beispiel eines Strohballenhauses auf, das auf 36 Schraubfundamenten ruht. Diese können bei einem späteren Rückbau des Hauses sogar wiederverwertet werden.
Von Zuhörer -Seite kam die Frage auf, ob der Dämmstoff Stroh nicht irgendwann zu Problemen mit „Ungeziefer“ führe.  Das sei nicht der Fall, denn auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass die Hülle dicht ist und das Stroh trocken, geschreddert und entstaubt eingebaut wird.  Da Stroh viel Kieselsäure enthalte, sei es sehr resistent.

Das weitere Beispiel des„ 8Haus-Konzeptes“  der Zimmerei Frick in Eichstegen besteht aus 98 % Naturbaustoffen. Der Holz-Rohstoff-Verbrauch wird z.B. durch die Verarbeitung von sägerauem Holz gedrosselt. Kunstoff-Reduzierung erfolgt wo immer möglich, unter Einsatz vieler kleiner innovativer Ideen.
Müll wird vermieden wo immer möglich.


"Tiny Häuser - neue Wohnform mit großem Potentialen?" von Katrin Fieberitz


Tiny Häuser sind momentan in aller Munde - aber eignen sie sich wirklich als seriöse Alternative zum platzsparenden Geschoß-Wohnungsbau?

Katrin Fieberitz wies auf die immer noch üblichen Ängste und Bedenken seitens der Nachbarschaft hin, sobald diese Wohnform erwogen wird. Und auch auf Schwierigkeiten durch das äußerst nachteilige Baurecht bei uns: ein fahrbares Mini-Tiny Haus muss das gleiche Verfahren durchlaufen wie ein "normales" Haus.


Häuschen auf eigener Achse haben in Deutschland meistens max. um die 18 m2, modulare Bauten können 40-45 m2 haben. Jedoch sollen die Häuschen auch "im Grünen" stehen, wodurch ein Platzbedarf/Häuschen auf 200 m2 kommt


Dazu eine Folie aus dem Vortrag:

K. Fieberitz betonte, dass letztlich  nicht die Flächenersparnis den großen Reiz am Tiny Haus ausmacht. Der ist wahrscheinlich mit Geschoß-Wohnungsbau besser zu bewältigen.
Tiny Häuser haben jedoch den großen Vorteil, dass Flächen temporär genutzt werden können, ohne dass man sich damit etwas "verbaut". Wenn eine Fläche auf Jahre brach liegt zum Bsp., wenn man noch nicht ganz sicher ist, ob diese Fläche als Luftschneise erhalten werden müsste, als schnelle Übergangslösung bei akuter Wohnungsnot. Tiny Häuser eignen sich hervorragend als günstige Zwischenlösung. Und das Beste daran: Die Häuser können dann an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang auch soziale Aspekte, die für die Nutzer eine große Rolle spielen und berücksichtigt werden sollten. Die Landwirtschaft ist im Wandel begriffen, immer weniger Menschen arbeiten als Vollzeit-Landwirte. Dafür gibt es aber immer mehr Mitmach-Modelle wie solidarische Projekte, bei denen viele Menschen aktiv werden und nahe des Einsatzortes wohnen sollten.

Wilfried Flatz hielt gleich mehrere Vorträge. Auch er stellte die Möglichkeit vom "Hausbau mit Lehm und Stroh" vor, um danach auf das Projekt "NENA V - Neue Nachbarschaften Vorarlberg" einzugehen

Das war dann schon ein Ansatz im Sinne von "Größer Denken", den er uns da näher brachte.
Ein neuer Wohnort für 300-850 Personen, gemeinschaftlich geplant und umgesetzt.
Die Bewohnerschaft wirtschaftet zusammen und sorgt dafür, dass alles was man im Alltag benötigt in 1 Minute Fußdistanz zu erreichen ist.
Ein gemeinsames Lebensmitteldepot ist für jeden zugänglich, Lebensmittel werden hauptsächlich aus der Nachbarschaft bezogen.

Die Wohngenossenschaft bietet nicht mehr und nicht weniger als gemeinsame Infrastruktur, die allen zu einem guten Leben verhilft. Lebenslanges Wohnrecht bei Solidarischem Grundlagendenken.

Diese 3 Säulen sind die Grundlage des Projektes und müssen gemeinsam einfließen.
Nicht zu 100%, das wäre kaum umsetzbar, aber doch zu 80% sollten die daraus resultierenden Forderungen umgesetzt werden.

Die  individuelle Wohnfläche resultiert aus der Anzahl der Familienmitglieder. Und um nur ein konkretes Bsp. zu erwähnen: niemand hat eine Badewanne für sich alleine, jeder muss mit einer Dusche zufrieden sein. Dafür gibt es dann aber einen Gemeinschafts-Wellnessbereich mit Sauna.

Eine Einladung zum neuesten Projekt in Hörbranz  gab`s auch noch  hier